30. September 2022

Die Deutschen arbeiten immer länger

Für viele deutsche ArbeitnehmerInnen ist die 40-Stunden-Woche schon längst wieder Realität. Und dabei sind noch gar nicht die unbezahlten Überstunden berücksichtigt, die hierzulande auch en masse zu erbringen sind. Wer Glück hat, bekommt für diese „Freizeitausgleich“ – doch wer hat schon Glück in diesen Tagen?
Was sagen unsere wohl bezahlten Experten dazu? Eine generelle Rückkehr zur 40-Stunden-Woche würde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland international stärken, so der „wirtschaftsweise“ Professor Wolfgang Franz: “Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich ist das am wenigsten schmerzhafte Mittel und dient der Sicherung von Arbeitsplätzen.” Und der Präsident des Hamburger Wirtschaftsforschungsinstituts HWWI, Thomas Straubhaar, sagte: “Die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ist eine Rückkehr zu jahrzehntelanger Normalität und dringend geboten.”
„Lieber Herr Straubhaar“ möchte man da polemisieren, „wie rückständig sind Sie denn eigentlich? Jahrhundertelang war die 60-Stunden-Woche Normalität und davor die Sklaverei. Was reden Sie da so zimperlich von lächerlichen 40-Stunden ohne Lohnausgleich?“ Und Herrn Professor Wolfgang Franz möchte ich sagen: „Das am wenigsten schmerzhafte Mittel gegen Ihren wirtschaftspolitischen Unsinn ist eine Flasche Schnaps.“
Richtig ist, dass wir – angesichts unseres weltweiten technischen Entwicklungs- und Wissensstandes – alle prima leben könnten mit dem zwei- bis dreifachen Einkommen von heute bei der Hälfte der derzeitigen Arbeitszeit – wenn wir die Fehler im Geld und im Bodenrecht beseitigen! Davon wissen aber der Herr Präsident und der Herr Professor nichts. Die sind so beschäftigt mit dem Ausbrüten von Falschmeldungen, dass sie keine Zeit mehr finden, sich schlau zu machen. Zum Beispiel bei Silvio Gesell in „Die natürliche Wirtschaftsordnung“.Oder in der Broschüre von Andreas Rams und Norman Ehrentreich „Arbeitslosigkeit – wie kann sie überwunden werden?“ erschienen im Fachverlag für Sozialökonomie.

Angelika Garbaya

Sag es weiter, teile es!