30. September 2022

Neue Studie mit altbekanntem Ergebnis

Eine Studie – dieses Mal vom Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) erstellt – hat mal wieder bewiesen, dass die Einkommensunterschiede in Deutschland zunehmen. Die oberste Einkommensklasse, also 10% der deutschen Haushalte, bekommen inzwischen 24,9 % des Gesamteinkommes (2000 lag dieser Prozentsatz noch bei 21,6%) und von dieser Klasse bekommen wiederum die obersten 2,5 % der Haushalte insgesamt 9,8 % des Einkommens. Die unterste Einkommensklasse – auch 10% der Haushalte – konnten 2001 noch 3,6 % des Gesamteinkommens für sich realisieren, in 2006 waren es nur noch 2,9 %.
Und seither ist es nicht besser geworden! Kann es nicht besser geworden sein, denn der Zug fährt immer weiter in die gleiche Richtung, es sei denn wir erschaffen eine Geldwirtschaft, die leistungsloses Einkommen aus Vermögen unmöglich macht. Mit nichts anderem ist die Entwicklung zu stoppen und in ihr Gegenteil zu verkehren: der allgemeine Wohlstand und die gerechte Teilhabe aller am wirtschaftlichen Gesamterfolg.
Eigentlich bedarf es keiner weiteren Studien, um die Entwicklung vorherzusagen oder zu dokumentieren. Wenn Vermögen verzinst wird, dann wird es immer größer durch Zins und Zinseszins und diese Zinszahlungen – die immer größer werdenden Vermögenszuwächse – müssen erarbeitet werden. Von denen, die kein Vermögen besitzen, sondern ihr Einkommen alleine durch Arbeit beziehen. Das ist eine höchst einfache rechnerische Angelegenheit und nebenbei bemerkt ist das der Grund, weshalb in einer zinsbasierten Wirtschaft alles nur solange funktioniert, wie die Wirtschaft am Wachsen ist. Wenn der Anteil der Vermögenseinkommen immer größer wird – also immer größere Lohnanteile an die Reichen abgeführt werden müssen – dann muss zwingend der Gesamtkuchen wachsen. Sonst wäre das Spiel sehr schnell vorbei, mangels Masse… auf den Rippen der arbeitenden Bevölkerung!
Wie verrückt unser Wirtschaftssystem ist, daran besteht schon lange kein Zweifel mehr und es ist auch kein Geheimnis mehr, woher diese Verrücktheiten kommen. Die Fehler sind längst erkannt und auch zu beheben. Allerdings nicht mit weiteren gesetzgeberischen Eingriffen wie Abgabenerhöhungen, Einsparprogrammen, Zwangsarbeiten, usw., die letztlich nur immer mehr Menschen kriminalisieren. Es nützt auch nichts, die Brosamen, die nach Abzug der Vermögenszuwächse noch übrig bleiben, „gerecht“ unter den 90 % der Haushalte aufteilen zu wollen – die sozialistische Variante sozusagen. Selbst wenn diese sozialistischen Maßnahmen mit stalinistischer Entschlossenheit durchgesetzt würden.
Was tatsächlich hilft ist, dass wir die Ursachen solcher Fehlentwicklungen beseitigen und das heißt: Die Fehler im Geldsystem und im Bodenrecht korrigieren!
Alles andere ist Traumtänzerei und systemlogisches Unverständnis. Ärzte, die heute nicht wahrhaben wollten, dass ein Grundfehler der Chirurgie mangelnde Hygiene ist, wären auch Mörder. Ab einem gewissen Punkt kann sich eine Gesellschaft nicht mehr mit Nichtwissen herausreden.

Angelika Garbaya

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