2. Oktober 2022

„Freiland und Freigeld lösen alle Probleme“

Diese Aussage wird einigen Freiwirten „untergeschoben“. Wer das 2-Punkte-Programm nicht um diverse Vorschläge in diversen Bereichen ergänzen will, dem könnte es passieren, dass man ihm eben diese Behauptung unterjubelt.
Doch ist es richtig, dass die 2-Punkte-Befürworter damit zum Ausdruck bringen, Freiland und Freigeld würde alle Probleme lösen? Ich behaupte nein, denn ich befürworte die Fokussierung und Selbstbeschränkung auf die tatsächlich wichtigen gesell-schaftlichen Reformen und bin gleichzeitig absolut nicht der Meinung, damit würden alle Probleme gelöst. Das wäre eine geradezu kindische Annahme und eine omnipotente Wahnvorstellung obendrein. Selbstverständlich wird es in der Freiwirtschaft weiterhin Probleme und Schwierigkeiten geben. Der einzelne Mensch und die Menschheit insgesamt entwickeln sich ja entlang der anstehenden Probleme. „Probleme haben“ und „Probleme lösen“ – das ist der Stoff, aus dem unser Leben gestrickt ist.
Die Probleme der Autoindustrie werden wohl weiter von der Autoindustrie zu lösen sein, die Problem der Nahrungsmittelproduktion von der Bauernschaft,  die Probleme des Unterrichtens von der Lehrer- und Schülerschaft, medizinische Probleme werden von Ärzten, Therapeutinnen, Patienten gelöst, die Probleme mit dem Partner innerhalb der Beziehung. Probleme werden dann gelöst, wenn sie anfallen und am allerbesten von denen, die von ihnen betroffen oder an ihrem Entstehen beteiligt sind. Daran ändert die Freiwirtschaft rein gar nichts.
In unserer gegenwärtigen Situation werden alle Bereiche des Lebens vom „Geldproblem“ überlagert, ein medizinisches Problem ist damit nicht nur ein medizinisches Problem, sondern immer auch eine Frage des Geldes. Selbst wenn das medizinische Problem von der fachlichen Seite her als gelöst betrachtet werden kann – das Zinsgeld verhindert, dass die Lösung auf den Markt kommt, oder doch zumindest für eine Vielzahl tatsächlicher Interessenten unerschwinglich bleibt. Und so ist es in allen Dingen.

Freiland und Freigeld ändern einen entscheidenden Umstand:
Das Geld macht uns keine Probleme mehr. Ebenso wenig der private Grundbesitz.

Probleme werden damit auf das zurückgeführt, was sie sind: inhaltliche Fragestellungen, die mit Weitsicht und Expertenverstand auf intelligente Weise gelöst werden können.
Aus Metaproblemen werden einfach Probleme.
Freiwirte sind die Leute, die all den Umweltingenieuren, den Ärzten und Ärztinnen, den Biologen und Geologen, den Therapeutinnen und den Lehrern nach der Implementierung der Geld- und Bodenreform auf die Schulter klopfen und voller Vertrauen sagen: „Jungs und Mädels, ihr schafft das schon, wir machen jetzt erst mal Urlaub!“
Freiwirte schaffen das Geld- und Bodenproblem aus der Welt und verschaffen damit vielen anderen Problemlösern wieder Arbeit und Perspektive. Freiwirte machen Probleme wieder lösbar. Dieser Beitrag zur Weltgeschichte ist zwar überschaubar, wird aus uns jedoch – bei gelungenem Werk – Ikonen der Ökonomie machen. Helden. Heroen. Ohne das fertige Werk haben wir allerdings so gut wie nichts erreicht. Auch nichts im Umweltschutz, nichts in der Energiewirtschaft oder der Agrarindustrie. Erst recht nicht in der Politik.

Angelika Garbaya

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