2. Oktober 2022

Die Tafeln in Not

Die regionalen Medien berichteten wiederholt über die aktuellen Probleme der sogenannten Tafeln. Dazu erging folgende Erklärung der mittelsächs. Humanwirtschaftsler.
Die Tafeln sind heute leider eine traurige Notwendigkeit geworden, um die Versorgung einer trotz wachsender Geldmenge verarmenden Bevölkerung mit den nötigsten Dingen zu gewährleisten und so den sozialen Frieden zu sichern. Wie auch in der Spätphase des römischen Reiches sind immer mehr Menschen eines reichen Landes auf derartige Hilfeleistungen angewiesen.
Jedoch ist es unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Dekadenzbedingungen immer schwieriger eine solche Versorgung zufriedenstellend und dauerhaft zu gewährleisten. Zumindest wird solange kein Licht am Horizont zu sehen sein, wie man nicht bereit ist die ausgetretenen Wege zu verlassen und neues zu probieren. Wir möchten daher auf ein Experiment während der letzten großen deflationären Wirtschaftskrise 1928-33 in Wörgl (Österreich) hinweisen.
Der dortige Bürgermeister und der Stadtrat hatte ebenso wie heute mit einer hohen Arbeitslosenrate, drastisch steigenden Sozialausgaben und leeren Kassen zu kämpfen. Auf der Grundlage der Ideen und Schriften des Kaufmannes Sylvio Gesell ließ der Bürgermeister Arbeitsbestätigungsscheine drucken, organisierte die Akzeptanz dieser Scheine als Geld bei den örtlichen Gewerbetreibenden und bezahlte damit als erstes die kommunalen Angestellten. Da diese Scheine einen monatlichen Wertverlust von 1% aufwiesen, welcher durch den Erwerb und das Aufkleben einer entsprechende Wertmarke vermieden werden konnte kamen diese Scheine sehr schnell als Steuern zurück in die Stadtkasse. In der Folgezeit wurden völlig fördermittelfrei zahlreiche Bauvorhaben realisiert. Die Arbeitslosigkeit konnte u.a. auf ein Minimum verringert werden. Mehr Infos dazu z.B. unter www.fritzschwarz.ch/woergl.htm Literatur: Der Schatz von Wörgl ISBN-13: 978-3939509943 Man sollte nicht vergessen, das Freigeldexperiment von Wörgl wurde gerade wegen seines Erfolgs nach über einem Jahr von einer obrigkeitshörigen Politik gewaltsam beendet.
Solange das gegenwärtige Finanzsystem nicht grundlegend revolutioniert wird, könnten die heutigen, auch in unserem Gebiet existierenden Regiogelder wie der Zschopautaler oder der Erzregio als Grundbausteine für eine derartige wirtschaftliche Selbsthilfe fungieren.
Umlaufgesicherte Gelder haben im Gegensatz zu unserem heutigen Zinsgeld gerade in ihrer Art der Umlaufsicherung eine große soziale Komponente. Die Tafeln selbst können sich auf Grund eben dieser sozialen Komponente eigennützig zum Wohle ihrer Klienten beteiligen. Die Macher in den genannten Vereinen, aber auch die mittelsächsischen Mitglieder der HUMANwirtschaft stehen bezüglich weiterer Informationen jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.
HH

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