2. Oktober 2022

Thüringen Ho – Sachsen Brr

Hü oder Brr, so kann man derzeit die Schulpolitik in Deutschland beschreiben. Montag begann in Sachsen und Thüringen das neue Schuljahr.
In beiden Freistaaten dürfen sich die Schüler mit Neuerungen befassen. Während Sachsen den erfolgreichen Versuch mit Gemeinschaftsschulen für beendet erklärt und der Kultusminister Wöller diesem Versuch gar noch das schlechte abschneiden bei Pisa anlastet werden in Thüringen die Gemeinschaftsschulen eingeführt.
In den Gemeinschaftsschulen steht längeres gemeinsames Lernen im Mittelpunkt. Dazu wird nach den Anforderungen des Gymnasiums unterichtet. Also mit höherem Anspruch. Schüler können nach Abschluß der 8. bzw. 9. Klasse immer noch aufs Gymnasium wechseln. Dabei wird aber auch darauf geachtet, das schwächere Schüler nicht hängen bleiben. Und das dies funktioniert haben die jetzt auslaufenden Schulversuche in Sachsen bewiesen. Alle Schüler hatten einen höheren Wissensstand. Auch wenn dieser an den ihrer Altersgenossen in der damaligen DDR noch nicht ganz heranreichte. Interessanter Weise haben die Länder mit den guten PISA-Ergebnissen ein ähnliches Schulsystem.
Warum also werden diese “guten” Schulen dann wieder beseitigt? Ein echte Antwort können die Verantwortlichen nicht geben. Es handelt sich also um reine politische Willkürentscheidungen. Wie in MDR-Aktuell zu erfahren war gibt es sogar einen Lehrstuhl für Schulspychologie. Nicht einmal dort haben die verantwortlichen Politiker nachgefragt. Vieleicht weil sie das Ergebniss ahnen? Es wäre der Todesstoß für unser gegliedertes bundesdeutsches Schulsystem. Denn in unserem jetzigen System geht es nicht um Chancegleichheit für alle Lernenden, sondern um Teile und Herrsche. Man braucht eine kleine Elite und eine große verdummte Masse.
HH

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