30. September 2022

Was uns die Pisa-Studie lehrt

Laut der neusten Pisa-Studie haben sich die Leistungen der deutschen Schüler erholt. Dieses Ergebnis wurde in einem Abstand von 10 Jahren ermittelt und bestätigt kleinere Untersuchungen zu diesem positiven Trend. Die Verbesserungen liegen jedoch nicht hierin begründet, dass das deutsche Schulwesen gravierend modernisiert wäre. Dieser positive Trend ist auf die allgemeine Sensibilisierung der Bevölkerung, Schüler und Lehrer zurück zu führen, die trotz aller Widerstände möglichst gute Bildung wollen.

Die Missstände wurden jedoch nicht abgestellt. Deutschland tut sich schwer mit der Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention, die einen integrierten und kostenlosen Zugang zu Bildung für Behinderte und Benachteiligte fordert. Deutschland ist immer noch in der industriellen Sortierung von guten und schlechten Kindern ganz im Sinne kapitalistischer Logik gefangen. Nicht einmal in Indien hat man noch ein Schulsystem, das so klar die Ständegesellschaft, wie in Deutschland verteidigt. Es ist inzwischen wissenschaftlich anerkannt, dass Kinder sich unterschiedlich schnell und sprunghaft entwickeln. Bildungssysteme der Zukunft müssen auf diese Entwicklungssprünge vorbereitet sein und den Menschen dort abholen, wo er steht. Schulstufen, Sitzenbleiben, peinlich vordefiniertes Curriculum, 45min Unterrichtsshow, 5min Pinkelpause, all das passt nicht zu einem humanen Bildungssystem – und immer mehr Kinder kommen unterernährt in die Schule. Der Kapitalismus beginnt seine Kinder trotz Reichtum “aufzufressen”. Wir haben davor schon seit Jahren gewarnt, aber es muss anscheinend immer ganz dick kommen, bevor sich etwas ändert!

Ein wesentlicher Aspekt der Bildung ist die Ganzheitlichkeit. Dazu gehört nicht nur MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften & Technik), sondern soziale Kompetenzen und ein zuverlässiges Wissen über die Funktionsweise unserer Geselschaft. Wissen, das kein Geld generiert, wird von den Unternehmen aber nicht nachgefragt und so biedert sich unser Schulsystem alleine den Bedürfnissen der Wirtschaft an, indem es entsprechende Schwerpunkte setzt und standardisierte (und doch kaum vergleichbare) Rasterzeugnisse liefert. Auf der Strecke bleiben die Entwicklungsmöglichkeiten und Menschen, die, wie die Pisa-Studie bestätigt, nicht in der Lage sind komplexere zusammenhängende Informationen aufzunehmen und in ein eigenständiges Wissensgefüge zu integrieren (nichts anderes bedeutet die fehlende Lesekompetenz). Genau diese Fähigkeiten werden aber benötigt, wenn eine Demokratie Erfolg haben will und wenn die Probleme unserer Zeit gelöst werden wollen.

Um das Bildungsversprechen einzulösen braucht man ganz einfach mehr Geld. Deutschland ist ein Schlusslicht bei seinen Bildungsausgaben im Vergleich mit Europa. Mit Geld sind wir wieder bei einem Kernthema der HUMANWIRTSCHAFTSPARTEI: Ohne ein modernes krisenfreies Geld- und Finanzsystem als Rahmenbedingung kann sich keine moderne Zivilisation langfristig erhalten.

Mit der Einführung eines natürlichen Ressourcennutzungsrechts und eines humanwirtschaftlichen Geldes können nur wir Huwis entscheidende Verbesserungen im Bildungswesen tatsächlich finanzieren:

  • Bessere Arbeitsbedingungen für Lehrer, wie z.B. Büro-Räume und Material
  • Verbesserung der Ausbildung der Lehrer im Referendariat
  • Schulen mit einladend ausgestatteten didaktischen Räumen
  • Abschied vom Taktpauken hin zu einem konstruktivistischen und stärker intrinsisch motivierten Lernen
  • Ausweitung der Schule zum Ort der kulturellen Entfaltung und einem gerne wahr genommenen Lebensmittelpunkt für junge Menschen
  • Einstellung von Sozialarbeitern und anderem Fachpersonal für eine ganzheitliche Seelenentwicklung
  • Ganztagesbetrieb

Integration scheint heute daran häufig zu scheitern, weil Familien mit vielen Kindern die Bildungskosten mit ihren geringen Einkommen nicht stemmen können. Dadurch wird auf traditionelle Bildung zurückgegriffen, die sich als Integrationsfalle erweist. Die HUMANWIRTSCHAFT verbessert nicht nur ganz erheblich die Kaufkraft der normalen Bevölkerung, sondern entlohnt Schüler für ihre Teilnahme mit Geld. Damit können schon junge Menschen den Wert ihrer Aktivität spüren und einen Teil ihrer speziellen Bildungsbedürfnisse selbst befriedigen. Sie sind damit unabhängiger vom Elternhaus und haben eigene Ressourcen für die Teilnahme an wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Projekten.

Wir verstehen Demokratie als eine kontinuierliche Produktion von zuverlässigem und belastbaren Wissen, sei es in Form von Text, Bild oder Film, sei es Gesetz, Vertrag oder Theorie. Bildungsorgane gehören daher als integraler Bestandteil in die demokratischen Entscheidungsprozesse und dürfen nicht weiter von einer Minidemokratie á la Parlament bevormundet werden. Solche weitreichenden Visionen lassen sich allerdings nur mit der Verwirklichung einer echten deutschen Verfassung umsetzen. Die HUMANWIRTSCHAFTSPARTEI setzt sich daher für die Anwendung des Paragraphen §146 GG. Das ist unser gutes Recht als Souverän.

HUMANWIRTSCHAFT, das ist einfach menschlich, nachhaltig und fair! Jetzt Huwi werden!

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