3. Oktober 2022

“Allen zustimmen” – Allem zustimmen? – oder nicht?

Je weniger wert der Mensch, umso mehr wert seine Daten. Im Zuge der Cyborgisierung des Menschen geht es nicht mehr um den lebendigen Menschen, sondern um seine Daten. Konsequenterweise werden Daten wie “rohe Eier” behandelt, während der Mensch selbst ruhig drauf gehen kann im kapitalistischen Überlebenskampf und vernichtenden Protektionismus (Krankheitskult) der Obrigkeiten.

Umso mehr fällt mir in diesem Kontext auf, dass der “Datenschutz” fast einen Fetisch-Charakter angenommen hat. Es heißt bei jeder Website, die ich öffne, permanent, ich muss den “Cookies zustimmen”. Mein Gott: Welche Freiheit ich doch habe. Ich darf selber bestimmen, ob “Cookies” auf meinem Computer (Browser) hinterlegt werden bzw. verwendet werden. “Cookies” sind nach Neusprech nicht Kekse, so die wörtliche Übersetzung, sondern Mini-Anwendungen, die im Browser aktiviert werden oder eben nicht.

“Wir respektieren Ihre Privatsphäre.” Oh .,. so großherzig! Ich werde als “Individuum” gesehen mit ausgestatteten Rechten, die beachtet werden. Mein Ego blüht auf! Das ist so menschlich! (Ironie!) So könnte man meinen! Und das soll suggeriert werden.

Was macht man irgendwann bei diesem nervigen “Freiheitsangebot”? Man stimmt irgendwann überall nur noch zu, die Zustimmung wird Routine. Natürlich, es bleibt meine Verantwortung, wenn ich das tue. Aber auch hier greift wieder die Psychologie: Rein rechtlich ist der Anbieter höchst korrekt: Er klärt auf. Ähnlich wie bei den Zigarrenschachteln, auf denen jeder Raucher “aufgeklärt” wird über die Folgen des Rauchens. Rein rechtlich mutet das sehr edelmütig an. Wir werden aufgeklärt und dürfen “mitbestimmen”.

Aber von der Wirkung (vor allem für das Unterbewusstsein) her geht es um etwas ganz anderes. Wir sollen automatisiert “allen (Cookies) zustimmen”, allem zustimmen. Es wird so ein automatisierter Ablauf, permanent zuzustimmen, dass Fremdanwendungen unser System beeinflussen. Man achte hier auf die Analogie der Zustimmung.

Das Unterbewusstsein fragt nicht, es speichert Informationen. Wenn sich dieser Automatismus bei jedem von uns unterbewusst einnistet, dann hat das irgendwann auch eine Wirkung auf unsere Entscheidungskompetenz. Einer Zustimmung geht dann immer weniger eine Auseinandersetzung voraus (die wird irgendwann als lästig und eigentlich überflüssig empfunden, denn bei Cookies geht es um allgemeine Daten für Werbungs-Profile – also recht harmlos, denn wir sind ja längst alle Material für den Markt und die Vermarktung). Im automatisierten täglichen “Zustimmen” liegt also eine psychologische Manipulation vor, die von der Wirkung her weit über die Internetnutzung hinausgeht.

Mir ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass selbst harmlos anmutende Mechanismen, an die wir uns im Zuge der “neuen Entmenschlichung” so schnell gewöhnen und kaum bemerken, dennoch Vorsicht geboten ist. In diesem Falle “reicht” eine Bewusstheit über unser eigenes Verhalten, dessen Wirkung uns ebenfalls bewusst sein sollte. Je bewusster uns ins Unterbewusstsein abgleitende eigene Routinen sind, desto weniger sind wir diesen desensibilisierenden Auswirkungen ausgesetzt. Denn das tägliche Zustimmungsritual geht an unserem bewussten ICH, an unserer bewussten Wahrnehmung vorbei. Entscheiden sollte aber das Bewusstsein, und nicht das Unterbewusstsein, das selbst nur der “Speicher” unserer Psyche ist und letztlich keine Entscheidung trifft, sondern gespeicherte Konditionierungen in unser alltägliches Verhalten einspeist, ohne dass uns dieser immer bewusst sind.

Immer mehr haben wir es mit psychologischen Manipulations-Techniken zu tun. Freie Menschen bleiben wir, solange wir diese aufspüren und unser mentales System davor schützen. Dazu brauchen wir keine Aluhüte und es ist auch kein Schwurbeln. Es geht immer mehr im geistigen Überlebenskampf um Bewusstheit, während uns ja ständig versucht wird ins Gewissen zu reden, dass es darum geht, “auf der richtigen Seite der Guten” zu stehen.

Wir überwinden die Spaltung des Geistes – auch kollektiv – nicht mit Parteinahme und Identifikation mit einer Seite oder durch Glauben an das, was uns medial “verabreicht” wird, sondern durch die Wahrnehmung des ganzen Geschehens und seiner psychischen Wirkung auf unsere Willensbildung und Entscheidungsfähigkeit durch Bewusstheit. In dieser Entscheidungsfähigkeit geht es nicht mehr um “gut und böse”, “richtig oder falsch” auf einer ideologischen oder politischen Ebene, sondern auf einer menschlichen Ebene des ganzheitlichen Bewusstseins, das immer auch die Herzensqualitäten mit einschließt.

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