15. August 2022

Der Gehorsam gegenüber “Autoritäten”

Wie weit geht unser Gehorsam, wie weit geht unser Verdrängen der eigenen Wahrnehmung und wie weit unser Handeln gegen unser eigenes Gewissen zu Gunsten einer unterwerfenden Hörigkeit gegenüber jenen, die wir als “Autoritäten” wahrnehmen? Gegenüber Politikern, Funktionären, Wissenschaftlern, Medien-Hypnotiseuren, medialen “Wahrsagern” und Lobbyisten? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Psychologe Stanley Milgram 1961 und führte dazu ein hochbrisantes Experiment durch.

Das Ergebnis ist erschreckend und erleuchtend zugleich!

Zum Ergebnis ein Zitat aus dem Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment :

“Milgram bezieht sich darin unter anderem auf das 1963 in New York erschienene Werk der politischen Theoretikerin Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Dieses Konzept der Banalität des Bösen, so argumentiert er, komme der Wahrheit sehr nahe. Die fundamentalste Erkenntnis der Untersuchung sei, dass ganz gewöhnliche Menschen, die nur ihre Aufgabe erfüllten und keinerlei persönliche Feindschaft empfinden, zu Handlungen in einem Vernichtungsprozess veranlasst werden können.[5]” (Hervorhebung vom Blogger U.H.)

(Quelle: Milgram-Experiment, https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment und https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment#cite_note-5, 26.07.2022)

Obrigkeitsgehorsam gehört also offenbar zum Spektrum des Menschseins dazu, so könnte man meinen. Immerhin hatte sich ein Teil der Probanden damals bei den Experimenten den sadistischen Anweisungen der “Autoritäten” widersetzt. Das stimmt hoffnungsvoll.

Wenn dies so ist, wie im Milgram-Experiment beschrieben, dann bedarf es eigener individueller Leistungen des Bewusstseins, den Obrigkeits- und Autoritätsgehorsam in sich aufzuspüren und zu beenden.

Denn hat sich das Lebensfeindliche und Sadistische erst einmal in Routinen und Ritualen automatisiert und im kollektiven Unterbewusstsein verankert, wird es immer schwerer, dem, zumindest auf einer kollektiven Ebene, zu entkommen. Der Mensch ist leider auch “Gewohnheitswesen”.

Also gilt: Immer wieder hinschauen, in sich horchen, welchen Stimmen man gehorcht.

Vielleicht sind es nicht die eigenen. Und wenn es die eigenen sind – inwieweit hast du überprüft, ob sie stimmen? Und welche Gefühle, welche eigenen Wahrnehmungen, welche Bedenken klammerst du aus, übergehst du dabei? Vielleicht aus Angst, aus Scham, aus Gruppendruck (weil es alle machen), aus Obrigkeitsgehorsam?

Conclusio:

25% haben beim Stanford Experiment nicht mitgemacht.

25% haben beim Milgram-Experiment nicht mitgemacht.

25% haben beim Asch-Experiment nicht mitgemacht.

25% sind ungeimpft.

Das ist die Herausforderung heute für uns, wie damals für andere zu anderen Zeiten.

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