10. Februar 2026

Kriegsursachen und Friedensmaßnahmen

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


Kriegsursachen und Friedensmaßnahmen

Warum eine faire Ökonomie Kriege seltener macht und notwendig ist!

1) Worum es geht

Kriege entstehen selten aus nur einem Grund. Meist greifen materielle Interessen (Land, Ressourcen, Geld/Macht) mit Institutionen (Sicherheitsdilemma, schwacher Rechtsstaat) und Identitätsfaktoren (Ideologie, Religion, Nationalismus) ineinander; dazu kommen psychologische Dynamiken (Rache, Angst) und externe Schocks (Klimawandel, Pandemien). Die materiellen Interessen sind allerdings oft als Haupttreiber von Kriegen zu identifizieren, da sie den Großteil des Kriegsrisikos ausmachen (siehe Grafik). Ziel dieses Beitrags ist es, die Ursachen zu ordnen, den Ansatz einer Fairconomy/Freiwirtschaft – inklusive Henry Georges Bodenidee – zu skizzieren und daraus realistische Friedensmaßnahmen und eine Risiko-Prognose abzuleiten. Es geht um Schadensminimierung, nicht um eine Illusion totaler Sicherheit oder dem zwar wünschenswerten aber unrealisitschen Weltfrieden.

2) Die Grundursachen von Kriegen – eine pragmatische Ordnung

a) Materielle Faktoren (strukturelle Haupttreiber)

– Land/Territorium: strategischer Raum, landwirtschaftliche Flächen, Zugangspunkte.

– Ressourcen: Wasser, Energie, Mineralien – sowie die ökonomische Rente aus deren Kontrolle.

– Geld/Macht: Finanzierungsfähigkeit, Kriegsrenten, Mono – und Oligopolisierung von Gewalt.

b) Institutionen & Sicherheitsdilemma

– Misstrauen und Aufrüstungsspiralen; schwache, korrupte oder kollabierte Staaten.

c) Ideologie & Identität

– Nationalismus, Religion, Ethnizität – selten allein ursächlich, aber oft Mobilisierungshebel.

d) Psychologie

– Rache, Angst, Ehre,

– Führerkult: eskalationsverstärkend, besonders nach Gewaltzyklen.

– Exogene Schocks: Klimaextreme, Pandemien, externe Interventionen – verschärfen Knappheiten und Misstrauen.

Kernidee: Materielle und institutionelle Faktoren bilden die Zündschnur (materielle Faktoren, institutionelle Schwächen), Identität und Psychologie liefern häufig den Zündfunken (Attentate, Provokationen, ideologische Mobilisierung) und die Brennstoffzufuhr (Propaganda, Hass, Rache, Identitätspolitik) zur Eskalation.

Die Hypothese: Ohne Zündschnur (also ohne strukturelle Spannungen) führen der Funke (Trigger) oder der Brennstoff (Mobilisierung, Hass) alleine nicht zur Eskalation.

3) Fairconomy/Freiwirtschaft: Was ist das – und warum könnte sie Frieden fördern?

Die Fairconomy/Freiwirtschaft knüpft an Ideen von Silvio Gesell (Umlaufgeld, Zinsneutralität, Wettbewerb ohne Monopole) und Henry George (Bodenwertsteuer/Land Value Tax, Gemeinabschöpfung der Bodenrente) an.

Drei Hebel sind friedensrelevant:

– Bodenordnung (Henry George)

Boden ist naturgegeben und nicht vermehrbar. Statt private Bodenrenten bei wenigen zu akkumulieren, wird der Bodenwert besteuert oder Land in Gemeineigentum verpachtet.

Friedenseffekt: Territorialer Besitz verliert einen Teil seines ökonomischen Reizes; Expansionskriege und Kolonisationslogiken werden weniger attraktiv.

– Geld- und Finanzordnung (Gesell)

Umlaufgesichertes Geld (Negativzins/„Demurrage“) und Zinsneutralität sollen Kapitalhortung und spekulative Blasen dämpfen.

Friedenseffekt: Konzentration von Finanzmacht und Kriegsfinanzierung über Renteneinkommen werden erschwert; Aufrüstungsspiralen verteuern sich.

– Anti-Monopol & offene Märkte

Kartell- und Monopolmacht – besonders bei Rohstoffen – wird begrenzt. durch spezielle Ressourcensteuern wird ein schonender Umgang erreicht und eine Pro-Kopf-Rückverteilung sorgt zusätzlich für soziale Stabilität.

Friedenseffekt: Ressourcenkriege verlieren ihr Geschäftsmodell; Krieg als Zugriff auf Rentenquellen lohnt sich seltener.

Wichtig: Diese Ökonomie ersetzt keine starken Institutionen (demokratischer Rechtsstaat, transparente Verwaltung) und keinen kollektiven Sicherheitsschutz (z.B. UN). Sie reduziert Anreize und Finanzierungskapazitäten für Krieg und senkt so die Grundwahrscheinlichkeit.

4) Auswirkungen auf heutige Konfliktregionen und den Westen

a) Ukraine:

Der Krieg hat geostrategische und territoriale Dimensionen; ökonomisch wirkt er durch Energie-, Rohstoff- und Transitfragen. Eine Fairconomy würde Rentenquellen (z. B. aus Bodenschätzen, Transitrenten) stärker gemeinschaftlich abschöpfen und Finanzmacht konzentrierter Eliten eindämmen. Das verlängert die Kostenlinie eines Angriffskriegs und erschwert seine langfristige Finanzierung. Gleichzeitig bleiben Sicherheitsdilemma und Machtpolitik relevant: Die Kriegsgefahr sinkt, verschwindet aber nicht. (Kurz: Putin und der Ukraine würde schlicht das Geld ausgehen, um weiter zu kämpfen.)

b) Syrien, Irak, Afghanistan

Bürgerkriege werden durch Patronage-, Schmuggel- und Ressourcenrenten am Laufen gehalten. Fairconomy-Mechanismen (Landrente für die Gemeinschaft, Anti-Monopol, transparente Einnahmen) können Warlord-Finanzierung erschweren. Institutionenaufbau bleibt jedoch die Voraussetzung: Ohne Rechtssicherheit und Verwaltung fließen Renten weiter in private Gewaltapparate.

Ergebnis: deutliche Reduktion organisierter Gewalt möglich, aber keine Garantie.

c) Warlords in Teilen Afrikas

Wo Boden- und Rohstoffrenten in private Hände fließen, ist es für Gewaltunternehmer (auch westliche!) attraktiv. Wenn diese Renten an Gemeinschaften und lokale Infrastruktur gebunden werden, verliert diese Gewalt (Land-grabbing, ) Cashflow. Ergänzt um regionale Sicherheitspakte und legale Exportkanäle, kann sich das Gewaltökosystem austrocknen. Schnelle Renditen sind dann nicht mehr so möglich, aber eine langfriste Stabilität könnte erreicht werden.

d) Der Westen

Bereits relativ starker Rechtsstaat und Marktzugang; Fairconomy würde Immobilien- und Bodenblasen dämpfen, Ungleichheit verringern und politische Polarisierung (Extremisten verlieren an Nährboden) reduzieren. Die Anreize für militärische Interventionen und Feindbilder sinken, wenn ökonomische Renten schwerer zu privatisieren sind und Demokratiekosten (Transparenz, parlamentarische Kontrolle) hoch bleiben und stabilisiert werden.

5) Prognose: Wie stark sinkt die Kriegsgefahr?

Ausgehend vom Istzustand = 100 % (heutiges globales Risikoniveau, also ca. 60 – 70% Welt in Frieden) ist eine Reduktion in folgender Bandbreite plausibel:

Konservativ: um ~45 % weniger Gesamtrisiko

Mittel: um ~51 % weniger

Ambitioniert (bei starker globaler Koordination): um ~60 % weniger

Die Spanne reflektiert, wie weitreichend Boden- und Geldreformen umgesetzt werden, wie robust Institutionen sind und ob technologische/militärische Asymmetrien politisch eingehegt werden.

6) Was heißt das praktisch?

Fünf Friedensmaßnahmen, die anschlussfähig sind!

– Bodenwertsteuer / Gemeinabschöpfung von Bodenrenten (Henry George)

Kommunal finanzierte Infrastruktur statt privatisierter Lagegewinne; geringere Spekulations- und Verdrängungsdynamik.

– Umlaufgesicherte, zinsneutrale Geldordnung (Gesell) – schrittweise erproben

Regionale Piloten (z. B. Stadt-/Landkreise, wie Chiemgauer), digitale Demurrage-Modelle (Freicoin, FlussMark)

– strenge Anti-Monopol- und Anti-Kartellaufsicht (wie nach Vorgabe des Ordoliberalen Eucken).

– Transparenz über Rohstoffrenten

Offenlegungspflichten entlang der Lieferkette; Zertifikate koppeln Exporterlöse an Gemeingüter (Gesundheit, Wasser, Bildung).

– Kollektive Sicherheit & Vertrauensbildung

Abrüstungsinseln, Rüstungskontrollregime, Krisenkommunikationskanäle; regionale Streitbeilegungsforen. (Konzept: Sicherheit neu denken!, zivile Sicherheitspolitik)

– Klimaanpassung als Friedenspolitik

Wasser- und Dürremanagement, Resilienz-Infrastruktur, Energiekooperationen, Pro-Kopf-Rückverteilung – reduziert die Schockanfälligkeit, die oft Gewalt triggert.

7) Realismus-Check

Kein ökonomisches System eliminiert Krieg vollständig. Machtpolitik, Identität und Unsicherheit bleiben. Aber eine Fairconomy/Freiwirtschaft kann die finanziellen Anreize und Kapazitäten zum Führen von Kriegen massiv senken. Kombiniert mit Institutionenaufbau und Sicherheitsarchitektur entsteht eine robuste Friedensdividende – gerade dort, wo heute Rentenökonomien Gewalt schafft und Regionen destabilisiert.

Grafik:

Visualisierung (Synthetisches Sensitivitätsmodell):

Lesebeispiel: Die dunkelgrauen Balken zeigen die heutige Aufteilung der Risikoanteile. In den drei Szenarien sinken besonders die materiellen Anteile sowie (moderater) die institutionellen und ideologischen Treiber. Exogene Schocks bleiben weitgehend bestehen – sie sind ökonomisch nur indirekt beeinflussbar.

Hinweis: Die Grafik basiert auf Modellannahmen (synthetisch) für Anschauungszwecke. Sie zeigt Trends und Größenordnungen, keine exakte Vorhersage.

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