Mit Wucherpreisen zurück in die Steinzeit

Weiterleitung eines Newsletters von Roland Moesl

Da gibt es eine Studie Infrarotheizung vs. Luftwärmepumpe und Bodenheizung. Für einen 150 m² Neubau werden 47.500 € für Luftwärmepumpe und Bodenheizung gerechnet, für die Infrarotheizung nur 12.000 €.
Jede Kostenrechnung hat noch eine zweite Variante: 10 kW Photovoltaik und 10 kWh Akku zusätzlich für 15.000 €.
Kernaussage der Studie: die Wärmepumpe und die Bodenheizung sind viel zu teuer. Das stimmt bei deutschen Preisen sicher. Dann kommen noch 7,44 t CO2 bei der Produktion gegenüber 0,74 t bei der Infrarotheizung. Bei einem schnellen Umstieg auf erneuerbare Energie wird dies aber völlig irrelevant. Wenn etwas mit erneuerbarer Energie produziert wird, verschwindet die CO2-Emission bei der Produktion.
Natürlich gibt die Studie zu, die Infrarotheizung braucht mehr Strom: 3.730 kWh/a statt 1.290 kWh/a. Wie bewertet man den Mehrverbrauch? Der meiste Strom fürs Heizen wird im Winter verbraucht. Da kann man 400 g CO2/kWh im deutschen Strommix annehmen. Heizen tut man besonders viel im Dezember und Jänner, wo Photovoltaik sehr wenig liefert.
In der Studie waren 28 Cent/kWh Strompreis angegeben. Wow, mein Strompreis in Österreich war 2025 23,81 Cent/kWh. Das war extrem optimiert mit Spotmarktpreisen. Im April, Mai und Juni schaffte ich sogar einen negativen Arbeitspreis. Mein Strompreis in den Wintermonaten war aber höher. Dezember 2025 waren es 30,44 Cent/kWh. Auto laden kann man dann, wenn der Strompreis niedrig ist. Infrarotheizung zwischen 17:00 und 23:00 abschalten? Wohl eher nicht. Also keine Chance auf 28 Cent/kWh im Winter.

  Mit Wucherpreisen zurück in die Steinzeit

Die Kernaussage der Studie: wir können uns moderne Technik nicht leisten, alles viel zu teuer! Zurück zur simplen Stromheizung. Wo wird die Frage gestellt, können wir uns als Gesellschaft eine Stromheizung leisten? 30 Millionen Wohneinheiten mit 2.000 kWh Mehrverbrauch, der besonders in den kältesten Wintermonaten anfällt. Sind 60 TWh mehr Strombedarf ausgerechnet im Winter.
Da ist die 24×365 Strom Konvertierungseffizienz. Überschussstrom im Sommer wird mit Power to Methanol/Methan zur Energiequelle zur Stromerzeugung im Winter. Bei der Simulation von Salzburg ist die 24×365 Effizienz nur 50,7% unter der Annahme eines ganzen Jahr gleichen Strombedarfs. Mit Stromheizung im Winter wäre dies noch schlechter.

  Bodenheizung vs. GEMINI Wandheizung

In der Studie wird auch gezeigt, wie aufwendig so eine Bodenheizung ist. Mein Wandheizsystem ist dagegen extrem einfach. Aufwendiger hydraulischer Abgleich vs. alle Wandheizsysteme bekommen gleichmäßig Heizwasser, die Regelung erfolgt über die Drehzahl der Ventilatoren.
Und was ist mit dem Stromverbrauch der Ventilatoren? Weniger als eine Fußbodenheizung braucht, um mit einer Pumpe durch 1,5 km Rohre (150 m² und 10 m Rohr pro m²) Wasser zu pumpen.

  Der Hauscomputer

Und wer regelt die Drehzahl der Ventilatoren nach Betrachtung aller Thermometer? Der Hauscomputer. Hier die erste Wahl für einen Hauscomputer.

Kann an der Wand aufgehängt werden. Hat eine interne Batterie, was sonst bei Tablets für die Wandmontage selten ist. Kann also jederzeit woanders hingestellt werden, etwa um damit Videos zu sehen. Arbeitet mit einem Rockchip RK3588.
Ganz am Anfang des GEMINI Projektes erwartete ich eine schnelle internationale Expansion. Aus diesem Grund fiel die Wahl auf Rockchip: am wenigsten für Exportverbote durch US-Sanktionen anfällig.
Als Betriebssystem ist Debian-Linux vorinstalliert. Programmiert wird in Python. Die grafische Benutzeroberfläche erscheint entweder am Tablet oder einem dazu Berechtigten anderen Computer über Internet.

  Haussanierungen gesucht

Bisher haben sich zwei meiner Leser mit Haussanierungsprojekten gemeldet. Ein Projekt an der Elbe im Norden von Deutschland, eines im Burgenland. Bei dem Projekt an der Elbe handelt es sich um eine Gruppe von Häusern mit 24 kW Heizlast.
Auf der Suche nach einer Wärmepumpe bekam ich ein Angebot: 2 Stück 18 kW Luftwärmepumpen bis zur Haustür inkl. MWST geliefert für den absoluten Sensationspreis von US$ 5.900. Bei deutschen Herstellern müsste man da wohl eine Null an den Preis anhängen.
Damit wären wir nochmals beim zentralen Thema dieses Newsletters: Wenn 150 m² Bodenheizung und Luftwärmepumpe nicht 47.500 €, sondern nur 25.000 € kosten würden, wäre so eine „Stromheizung ist billiger“ Studie völlig unmöglich. Noch extremer wäre es, wenn die Luftwärmepumpe und die Wandheizung nur 15.000 € kosten würden.
Würde mich über noch mehr Sanierungsprojekte freuen.

  Der totale Netzbetreiberwahnsinn in Deutschland

Was tut ein Netzbetreiber, wenn zu viel Strom eingespeist wird? Anlagen abschalten. Das ist notwendig, das ist vernünftig, dagegen ist nichts einzuwenden. Was tut ein deutscher Netzbetreiber, wenn zu viel Strom eingespeist wird? Bei über 100 kW Anlagen wird die Photovoltaik und der Akku abgeschaltet. Kein Strom speichern möglich, kein Eigenverbrauch möglich, der Anlagenbetreiber muss dann Strom aus dem Netz beziehen.
Es bedurfte einer langen Diskussion, um mich davon zu überzeugen, dass eine solch wahnsinnige Regelung wirklich existiert. Wenn der andere nicht Entwicklungsingenieur bei SMA Wechselrichter gewesen wäre, hätte ich es trotzdem nicht geglaubt

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