Weiterleitung eines Newsletters von Roland Moesl
Da gibt es die Fans der erneuerbaren Energie. Die verbreiten extrem falsche Jubelmeldungen zur erneuerbaren Energie. Hurra 60% erneuerbare Energie erreicht! Doch wovon sind 60% erreicht? Vom Strom. Den Gesamtenergieverbrauch nennt man Primärenergieverbrauch und der wird noch immer in Feuerchen machen gemessen. Deutschland hat 2024 2,928 TWh Feuerchen gemacht.

Die 10.542 Petajoule sind durch eine Division mit 3.600 (1 Joule ist eine Wattsekunde also eine Sekunde lang ein Watt, wie der Name Wh Wattstunde schon sagt, eine Stunde lang ein Watt) umzuwandeln: 2,928 TWh. Die 2.094 PJ erneuerbare Energie sind so 582 TWh. Da ist aber Feuerchen machen und Strom aus Sonne, Wind und Wasserkraft munter gemischt.
Ein beträchtlicher Teil davon ist Feuerchen machen mit Biomasse. Die 26.000 km² Felder für den Anbau von Mais, Raps und Sonnenblume, nur zum Verbrennen. Das ganze Holz, das verbrannt wird und Nachbarn zur Verzweiflung bringt. Das bedeutet, in diesen 582 TWh ist ein beträchtlicher Teil grober Unfug, der eingestellt werden sollte.
| Thermische Energie mit Strom ersetzen |
Für jede Anwendung von Wärme gibt es einen Ersatzfaktor mit Strom. Wenn ich jetzt nach Ladeverlusten mit 15 kWh Strom auf 100 km fahre und ich früher im Dacia Lodgy 4,35 Liter verbraucht habe, der Brennwert von Diesel ist 10,5 kWh pro Liter, dann sind dies rund 1 kWh Strom für 3 kWh thermischer Energie aus Diesel.
Weit ungünstiger ist dies bei einer Zementfabrik: 1 kWh Strom statt 1,6 kWh Wärme. Stahlproduktion mit Wasserstoff statt Kohlenstoff zum Reduzieren des Erzes bedeutet 4 kWh Strom pro kg Stahl. Das extremste ist die Produktion von Düngemitteln: 9 kWh Strom für 1 kg Harnstoff. In der anderen Richtung gibt es ja noch den hervorragenden Neubau, wo die Wärmepumpe aus 1 kWh Strom 6 kWh Wärme macht.
| Von Flatterstrom über 24-Strom zu 24×365 Strom |
Für Flatterstrom genügt eine Photovolatik. Um daraus 24-Strom zu machen, sind pro kW Photovoltaik noch 3 kWh Akkus erforderlich. Bei Akkus kann man eine Effizienz über 90% annehmen. Der große Hammer ist dann die Umwandlung in 24×365 Strom. Das ginge mit Akkus, wenn Geld keine Rolle spielen würde. Prima, pro kW PV 150 kWh Akkus dazu, das gibt eine ordentliche 24×365 Konvertierung, mit dem Schönheitsfehler von 75 Cent pro kWh trotzt einer Annahme von nur 40 € pro kWh Natriumakkus. Einige hinterfotzige Feinde der erneuerbaren Energie rechnen so, die nehmen dann aber 400 € statt 40 € pro kWh Akku.
Viel billiger ist es natürlich bei 3 kWh Akku pro kW peak Photovoltaik zu bleiben und dazu Power to Methanol, einen simplen Tank und einen Generator zu hängen. In Gegenden mit vorhandenem Stromnetz eine zentrale Power to Methanol Anlage und ein Gud Kraftwerk. Klar, der Wirkungsgrad ist da reichlich mies, aber am Ende zählt nur das Ergebnis: 9 Cent/kWh bei Salzburg statt den 75 Cent/kWh in der irr vielen Akkus Simulation. In sehr sonnigen Gegenden näher am Äquator sogar nur 3 Cent/kWh.
| Konvertierungseffizienz für 24×365 Strom |
In sehr günstigen Gegenden kann fast 70% vom Solarstrom zu 24×365 Strom konvertiert werden. Mitteleuropa bis Nordeuropa ist das Gegenteil einer sehr günstigen Gegend. Die Gegend um Aalborg ist sicher ein Spitzenstandort für Windenergie. Trotzdem komme ich bei verschiedenen Kombinationen aus Sonnen- und Windenergie nicht über 60% Konvertierungseffizienz für 24×365 Strom.
Bei den Hurra-Fans ist noch nicht einmal die Notwendigkeit von 24-Strom so richtig angekommen. So eine einfache Daumenregel für Mitteleuropa: am Anfang genügt 1 kW Photovoltaik für 1.000 kWh mehr Jahresertrag. Diese erste Phase ist in Deutschland mit 70 GW Photovoltaik begrenzt, dem viele Jahre genannten Ausbauziel. Dann kommt die 24-Strom-Phase: jetzt müssen für 1.000 kWh mehr Jahresertrag 1 kW Photovoltaik und 3 kWh Akkus hinzugefügt werden. Die 24-Strom Phase geht in Deutschland bis 300 GW Photovoltaik und 750 GWh Akkus.
Dann kommt die Phase 24×365 Konvertierung: Für 1.000 kWh mehr Jahresertrag an 24×365 Strom müssen 2 kW Photovoltaik, 6 kWh Akkus, 100 W Power to Methanol und 30 Liter Methanol-Tank hinzugefügt werden. Als Daumenregel über die Kosten: 24-Strom ist wegen der Akkus doppelt so teuer wie Flatterstrom, 24×365 Strom ist wegen der Umwandlungsverluste und dem Mehraufwand an Anlagen fünfmal so teuer wie Flatterstrom.
Das ist der dramatische Unterschied zwischen „Solarstrom ist so billig“ und dem Titel meines Vortrages zur CORP Konferenz: „Kostenoptimierung – der Schlüssel zur Energiewende und zum Klimaschutz“. Wir müssen den fünffach so aufwendigen 24×365 Strom derart Kostenoptimieren, dass wir damit Leben und unsere Industrie betreiben können. Nicht alle Industrie, eine Düngemittelfabrik geht nur in der Sahara oder einer ähnlich sonnigen Wüste mit 24-Strom. Aber Zement und Stahl muss realisierbar sein.
Wie diskutiert man dies mit einem Hurra wir sind bei 60% erneuerbare Energie Fan? Völlig unmöglich, da wird man nach dem ersten Satz als Feind eingestuft.
Wie diskutiert man dies mit einem Skeptiker der erneuerbaren Energie? Nach dem ersten Satz bekommt man da ein „Ich habe ja schon immer gewusst, dass die Energiewende ein Blödsinn ist“.
Wie diskutiert man dies mit einem potenziellen Investor? Nach dem ersten Satz kommt „Wir sind bei der erneuerbaren Energie fast am Ziel, daher nehme ich von Ihrem Projekt Abstand, wird einfach nicht mehr benötigt.“

