13. April 2024

Synergie von Marx und Gesell

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


Bisher besteht zwischen Marxisten (und vielen Linken) und Gesellianern (und Gesell Sympathisanten) ein bisher ungelöster Konflikt. Hier soll der Versuch gewagt erden diesen Konflikt etwas zu entspannen. Dieser Konflikt droht immer dann aufzukommen, wenn vor allem die Lehren Gesells mehr öffentliche Anerkennung erhalten. Gegenseitig werfen sich beide Lager allerlei Argumente und oft auch Diffamierungen vor die Köpfe.

Der Ursprung ist zu Beginn der sozialistischen Strömungen (Anfang des 19. Jahrhundert) zu finden. Damals bildeten sich verschiedene sozialistische Lager. Hier sei das Lager von Pierre-Joseph Proudhon und von Karl Marx und Friedrich Engels hervorgehoben. Beide Lager folgten unterschiedlichen Lösungsansätzen und beide sahen die Ursache der sozialen Probleme wo anders. Marx sah die Ursache in dem Eigentum an Produktionsmitteln mit der Ausbeutung in der Produktionssphäre. Proudhon sah die Ursache im Verhältnis der Waren zum Geld und somit in der Zirkulationssphäre. Marx und Proudhon waren in diesem Sinne Rivalen.

Proudhons Lösungsansatz der Warenbanken, wo bei er die Waren auf die Stufe des Geldes erheben wollte, scheiterte (musste scheitern). Als dieser Fehler offenbart wurde, wurden Marx und seine Anhänger in ihrer eigenen Ansicht zu Ursache und Lösung der sozialen Frage bestärkt und Proudhons Ansatz geriet in Vergessenheit.

Silvio Gesell belebte den Gedanken Proudhons (Verhältnis von Waren und Geld) neu. Er drehte Proudhons Lösungsvorschlag um in dem Gesell das Geld auf die Stufe der Waren herabsetzen wollte. Hierbei stellte er Marx bisher unangefochtenen Ansatz und Lösung kritisch in Frage. Daraus resultierte ein Konflikt, der zwischen Marxisten (und vielen Linken) und Gesellianern (und Gesell Sympathisanten) bis her ungelöst ist. (Im großen und ganzen findet kaum ein sachlicher Austausch statt, da schnell emotionalisiert wird und letztendlich auf Diffamierungen und Beleidigungen zurückgegriffen wird.)

Prof. Bernd Senf, Anfangs selbst Linker und Marxsympathisant und später Gesellsympathisant, versuchte beide Denkströmungen zu versöhnen, in dem er Synergien ausarbeitete. Er betrachtete beide Sphären (Produktion und Zirkulation). Er erkannte auch blinde Flecken in beiden Denkströmungen. Zusammen, so war er der Meinung, könnten sich beide Lehren ergänzen. Es darf nicht darum gehen welche Lehre (Marx oder Gesell) besser sei oder wo die jeweilige andere Lehre scheitert, sondern eher darum wie man gemeinsam eine Lösung finden könne.

So wohl Marxisten (und vielen Linken) und Gesellianern (und Gesell Sympathisanten) haben alle ein sehr ähnliches Ziel, die Lösung der sozialen Frage. Da her sollte man die beiden Sphären zusammen betrachten, wo die eine Lehre in die andere übergeht, denn beide Lehre haben irgendwo recht.

Die Abbildung zeigt wie sich beide Ansichten ergänzen könnten. Als dynamischen Part (Antrieb) der Ausbeutung ist der obere Bereich nach Gesell. Dieser resultiert aus der Zirkulationssphäre und hat eine exponentielle Wachstumsdynamik (Zins und Zinseszins) hinterlegt. Dennoch bleicht auch die statische Ausbeutung nach Marx im unteren Bereich bestehen und kann hier additiv in der Produktionssphäre wirken. Das heißt wir haben hier zwei verschiedene Ausbeutungsarten, die sich kommutativ verhalten können. Beide Ausbeutungsarten setzen hier auch Knappheit voraus und auch benötigen beide eine ähnliche Macht- bzw. einseitige Überlegenheitsstruktur.

Dies soll ein Versuch sein, zumindest bei der Ursachenermittlung der beiden Denkströmungen Synergien zu finden. Es sei noch erwähnt, dass die Lösungsvorschläge grundverschieden sind und einer separaten Aufarbeitung bedürfen.

(LA = Lohnarbeiter; MW = Mehrwert)

Ist möglicherweise ein Bild von Text „eigentliche Systemproblematik: steigt exponentiell Nach Gesell Geldkapital Zins Nach Marx Kapital Profit MW LA Grundrente“

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