14. Juli 2024

Preisstabilität

Erklärung zur Aufklärung:

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


(Euro und Freigeld im Vergleich)

Definition und Abhängigkeiten:

Preisstabilität bezeichnet eine wirtschaftliche Situation,

in der die Preise für Waren und Dienstleistungen über einen längeren Zeitraum weitgehend konstant bleiben,

ohne erhebliche Inflation (Anstieg des allgemeinen Preisniveaus) oder Deflation (Rückgang des allgemeinen Preisniveaus).

Preisstabilität ist ein zentrales Ziel der Geldpolitik vieler Zentralbanken, da sie zur Sicherung der Kaufkraft des Geldes und zur Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums beiträgt.

Von was hängt Preisstabilität ab?

Geldmenge:

Die Kontrolle der Geldmenge durch die Zentralbank spielt eine wesentliche Rolle.

Eine zu große Ausweitung der Geldmenge kann zu Inflation führen, während eine zu restriktive Geldpolitik Deflation verursachen kann.

Dies kann die Zentralbank leider bisher nur indirekt über die Leitzinsen und ihr Inflationsziel beeinflussen.

Zinssätze (Leitzins):

Die Zinspolitik der Zentralbank beeinflusst die Kreditvergabe und das Sparverhalten.

Niedrige Zinssätze können Konsum und Investitionen ankurbeln, was zu steigenden Preisen führen kann.

Hohe Zinssätze können das Gegenteil bewirken, aber auch hier folglich zu steigenden Priesen führen.

Angebot und Nachfrage:

Schwankungen im Angebot (z.B. Produktionsausfälle, Naturkatastrophen) und in der Nachfrage (z.B. Änderungen im Verbraucherverhalten) beeinflussen das Preisniveau.

Eine starke Nachfrage bei begrenztem Angebot führt zu Preissteigerungen, während ein Überangebot bei schwacher Nachfrage zu sinkenden Preisen führt.

Dies sind allerdings nur punktuelle Preisschwankungen, die sich in einer funktionierenden Marktwirtschaft von selbst wieder einpendeln.

Produktionskosten:

Veränderungen in den Produktionskosten, wie Rohstoffpreise oder Löhne, können die Preise für Endprodukte beeinflussen.

Steigende Produktionskosten führen in der Regel zu höheren Preisen für Konsumenten.

Unternehmen müssen diese stets einkalkulieren.

Wechselkurse:

Schwankungen in den Wechselkursen können die Import- und Exportpreise beeinflussen.

Eine Abwertung der eigenen Währung verteuert Importe und kann inflationäre Tendenzen verstärken.

Dies wirkt sich auch auf die Produktionskosten, sowie Angebot und Nachfrage aus, sind aber in einer funktionierenden Marktwirtschaft temporär.

Erwartungen:

Die Inflationserwartungen von Unternehmen und Haushalten beeinflussen das tatsächliche Preisniveau.

Wenn hohe Inflation erwartet wird, können Unternehmen ihre Preise erhöhen und Arbeitnehmer höhere Löhne fordern, was tatsächlich zu Inflation führen kann.

Ein psychischen Verwirrspiel, dass Markteilnehmer paranoid werden lassen kann.

Politische und wirtschaftliche Stabilität:

Politische Unsicherheiten und wirtschaftliche Instabilität können das Vertrauen in die Währung beeinflussen und zu Preisvolatilität führen.

Zusammenfassend hängt Preisstabilität von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter die Geldpolitik der Zentralbank, die Marktdynamik von Angebot und Nachfrage, Produktionskosten,

Wechselkurse und die Erwartungen der Marktteilnehmer.

Die Zentralbanken überwachen und steuern diese Faktoren, um Preisstabilität zu gewährleisten und die Wirtschaft zu unterstützen.

Warum nahm die Preisstabilität ab bzw. die Kaufkraft des Geldes ab?

Der Hauptfaktor hierfür ist die gewollte Inflation der Zentralbanken, um den Geldumlauf zu verbessern.

Die Angst der Zentralbanken vor einer Deflation (spekulative Geldzurückhaltung bzw. Rückgang des allgemeinen Preisniveaus) ist so groß, weil hier die wirtschaftliche Währungsstabilität und demzufolge die gesamte Wirtschaft destabilisiert werden kann.

Wirtschaftskrisen und Zusammenbruch der Wirtschaft sind die Folgen.

Darum wird eine dosierte Inflation von 2% in kauf genommen, um genug Abstand zu einer Deflation zu erhalten.

Das wird u.a. dadurch erreicht, dass die Zentralbank vermeintlich fehlendes Geld im Wirtschaftskreislauf neu schöpft.

Doch dieses fehlende Geld sind eigentlich die Sparvermögen und gehorteten Geldmengen, die z.B. einfach auf Konten oder im Safe rumliegen.

(Geld wird gedruckt, obwohl es da ist!)

Der Nachteil einer solchen Währungspolitik ist, dass die Währung nach und nach verwässert wird.

Irgendwann hat man eine Inflation durch eine aufgeblähte Geldmenge.

(Die Auswirkung der Zins- und Zinseszins- bedingten Geldmengenausweitung fließt hier natürlich auch mit ein.)

Silvio Gesell hatte dies schon vor 160 Jahren erkannt und einen Disput mit der Reichbank angezettelt, die eine Hyperinflation einleitete, während sie Gesell vor seinem Freigeld- Währungsexperimenten warnte.

Nun wollen wir vergleichen warum das Freigeld von Gesell ein stabiles Preisniveau besser garantieren kann als die Zentralbank mit ihren jetzigen Werkzeugen.

Demurrage (Haltegebühr):

Freigeld ist mit einer Haltegebühr oder Umlaufsicherungsgebühr ausgestattet, die das Horten von Geld unattraktiv macht.

Dies fördert den kontinuierlichen Umlauf des Geldes und verhindert die Deflation, die durch das Zurückhalten von Geld verursacht werden kann.

Damit die Banknoten ständig im Umlauf bleiben und nicht gehortet werden, verlieren sie (nicht die Währung!) an Wert.

Im Gegensatz dazu kann der Euro ohne solche Mechanismen gehortet werden, was in wirtschaftlichen Abschwüngen zu Liquiditätsfallen führen kann.

Die Haltegebühr ist keine Inflation, weil sie anders wirkt. Sie wirkt auf Geld, nicht auf Vermögen.

Freigeld braucht keine Inflation und verhindert zudem Deflation.

Stabilisierung der Nachfrage:

Da Freigeld nicht gehortet werden kann, wird das Geld tendenziell schneller ausgegeben und investiert.

Dies führt zu einer konstanten Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen, was hilft, das Preisniveau stabil zu halten.

Der Euro hingegen kann in Zeiten der Unsicherheit gespart werden, was zu einem Nachfragerückgang und potenziell zu einer Deflation führt.

Es wird behauptet, dass Freigeld den Konsum anheizt und die Wirtschaft zur Höchstleistung treibt.

Dies beruht auf einem Missverständnis der Funktion von Freigeld und ist eine unbelegte Behauptung.

Tatsächlich könnte es zu Beginn der Umsetzung von Freigeld zu einem kurzfristigen Konsumanstieg kommen, der aber auf einen Nachfrageüberhang (aufgestaute Nachfrage) zurückzuführen ist.

Die Nachfrage wird langfristig stabilisiert, da auch die Haltgebühr kein starrer Wert ist, sondern der Marktsituation regelmäßig angepasst wird.

Verhinderung von Spekulation:

Gesell argumentierte, dass Freigeld Spekulation verhindert, da der Wert des Geldes durch die Haltegebühr abnimmt, wenn es nicht ausgegeben wird.

Dies reduziert die Anreize für spekulative Blasen, die oft zu Preisschwankungen und wirtschaftlicher Instabilität führen können.

Der Euro ist anfälliger für solche Spekulationsaktivitäten, da keine Haltegebühr existiert.

Freigeld verhindert somit Inflationsblasen und monetäre Spekulationen (Devisenspekulation).

Geld wird reines Tauschmittel:

Freigeld fördert die Idee, dass Geld primär als Tauschmittel und nicht als Wertaufbewahrungsmittel fungiert.

Dies unterstützt eine stabilere Wirtschaft, da der Fokus auf dem kontinuierlichen Fluss von Waren und Dienstleistungen liegt.

Beim Euro hingegen wird Geld oft auch als Anlageform genutzt, was zu Instabilität durch Schwankungen in der Geldnachfrage führen kann.

Das Sparen von Geld ist, entgegen der Ansicht uninformierter Kritiker, trotzdem möglich, da man durch Inventionen seine Geldersparnisse erhalten kann, ohne dass diese an Wert verlieren.

Durch die Stabilisierung der Finanzmärkte ist so ein Werterhalt der Sparanalgen langfristig möglich.

Und durch die Preisstabilität kann man auch nach 10 Jahren oder mehr immer noch die selbe Menge der Waren kaufen, die man sich zum Starzeitpunkt des Sparens hätte kaufen können.

Beim Euro ist das leider nicht der Fall. Da ist der heute gesparte Euro nach 10 Jahren wohl nur noch die Hälfte wert und hat damit nur noch die Hälfte seiner Kaufkraft.

Freigeld behält seine volle Kaufkraft immer, außer man will es unbedingt horten.

Förderung von Investitionen:

Mit Freigeld sind Unternehmen und Einzelpersonen motiviert, ihr Geld zu investieren (auch ohne Zinsen), anstatt es zu horten, um der Haltegebühr zu entgehen.

Dies kann zu einer stabileren wirtschaftlichen Entwicklung und damit zu einem stabileren Preisniveau führen.

Im Euro-System kann es hingegen Phasen geben, in denen niedrige Investitionsbereitschaft zu wirtschaftlicher Stagnation und Preisschwankungen führt.

Freigeld überwindet also das ständige Auf und Ab der Konjunktur und verwandelt die Kurven in eine Gerade.

Selbst bei geringerer Geldmenge als heute, wäre überall genug Geld vorhanden und würde, anders als heute, nicht irgendwo fehlen.

Der Mangel an Geld wäre überwunden.

Automatische Anpassung:

Durch die Haltegebühr hätten die Zentralbanken ein weiteres effektiveres Instrument, um den Geldumlauf zu sichern und Preisstabilität zu gewährleisten und die Geldmenge an die Bedürfnisse der Wirtschaft anzupassen.

Je nach Bedarf könnte die Zentralbank die Haltegebühr flexibel dem Markt anpassen (verringern oder erhöhen) und, sollte dies nicht reichen, auf das Mittel der Geldschöpfung (neues Geld drucken oder Geld vernichten) zurückgreifen.

Damit umgeht die Zentralbank dann die Nachteile einer Leitzinspolitik und lässt die Zinsen am Markt (Marktzinsen) bestimmen.

Auf die Marktzinsen und den Geldumlauf hatten die Leitzinsens nur einen indirekten Einfluss.

Doch eine Haltegebühr schafft einen direkten Einfluss auf den Geldumlauf.

Dies könnte theoretisch zu einer besser abgestimmten Geldpolitik führen, die Preisstabilität fördert.

Leitzins und Haltegebühr im Vergleich:

Erhöhung des Leitzinses:

Führt zu Wirtschaftsstockung, hemmt kurzfristig Inflation, hat viele negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und Gesellschaft (Pleitewellen, Arbeitslosigkeit, Schuldenausweitung usw.).

Erhöhung der Haltegebühr:

Führt zu einer Erhöhung des Konsums und der Investitionen. Dies belebt die Wirtschaft. (Wichtig ist, dass die Haltegühr sich nur in einem bestimmten Rahmen bewegt. Die Menschen müssen auch in der Lage sein ihr Geld auszugeben, sonst wird die Freigeldwährung als instabil betrachtet.)

Senkung des Leitzinses:

Führt zu einem Wirtschaftaufschwung, Erhöhung des Konsums und der Investitionen. Die Sparer werden belastet und legen ihr Geld in Alternaiven an. Durch damit verbundene Anleihekäufe baut sich ein zusätzliches Inflationspotential auf.

Senkung der Haltegebühr:

Führt zu einer Verringerung der wirtschaftlichen Aktivität (schonender als bei hohen Leitzinsen). Es wird mehr Geld gespart und gehortet. Zu starkes Absinken der Haltegebühr führt zur Erhöhung der Zinsen und Gefahr einer Deflation.

Maßnahmen zur Preisstabilität auf EU-Ebene und internationaler Ebene.

Hierzu hatte Silvio Gesell sein IVA (Internationale Valuta Assoziation) erarbeitet.

Hier im Video erklärt:

Auch der berühmte Ökonom John Maynard Keynes hat sich von Gesell inspirieren lassen und den Banco-Plan erarbeitet.

(Leider wurde sich beim Bretton-Wood Abkommend für den White-Plan entschieden, der mit seiner Idee der Leitwährung ursprünglich von den Nazis erdacht wurde.)

Hier ein Video, dass den Bancor-Plan erklärt:

Damit sollte es entgeltlich belegt sein, das Freigeld eine stabilere Wirtschaft und stabilere Gesellschaft schaffen kann.

Die Leugner dieser Belege, können sich offenbar nicht mehr eine krisenfreie Wirtschaft und Gesellschaft vorstellen und hängen eventuell darum noch an ihren Dogmen fest.

Zusammenfassend könnte Freigeld nach Silvio Gesell ein stabileres Preisniveau schaffen als der Euro, indem es das Horten von Geld verhindert, die Nachfrage stabilisiert, Spekulation eindämmt, Investitionen fördert und eine automatische Anpassung der Geldmenge ermöglicht.

Diese Mechanismen tragen dazu bei, wirtschaftliche Schwankungen zu minimieren und eine konstante Preisstabilität zu gewährleisten.

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