3. Oktober 2022

Mehrheit wünscht sich Wahlfreiheit der Eltern bei der U3-Betreuung statt einseitiger Krippenfinanzierung

Pressemeldung des Verband Familienarbeit eV

Neue INSA-Studie:
Mehrheit wünscht sich Wahlfreiheit der Eltern bei der U3-Betreuung
statt einseitiger Krippenfinanzierung

Eine Befragung von über 2000 Personen vom Juni 2022 durch das Meinungsforschungsinstitut
INSA ergab, dass eine Mehrheit der Befragten von 55% eine Wahlfreiheit der Eltern gegenüber der
einseitigen finanziellen Förderung von Kinderkrippen befürwortet. Beachtenswert ist, dass nicht nur
Eltern befragt wurden, sondern eine repräsentative Auswahl der Bevölkerung. Wären
nur betroffene junge Eltern befragt worden, wäre das Ergebnis sicher noch deutlicher gewesen.
Gefragt wurde u.a,:
„Wie stehen Sie zu folgenden Aussagen? Ich bin für die Einführung eines Erziehungsgeldes in
den ersten drei Lebensjahren des Kindes, damit Eltern über die Betreuung ihres Kindes (fi-
nanziell) frei entscheiden können (z.B. Tagesmutter, Krippenplatz, familiäre Betreuung).“
Das Ergebnis zeigt, dass die in den öffentlich-rechtlichen Medien verbreitete Behauptung einer
überwiegend gewünschten Krippenbetreuung falsch ist. Die Mainstream-Medien folgen damit den
Vorgaben von Regierung und Wirtschaftslobby, nach denen überwiegend der Ausbau der Krippen-
betreuung gewünscht werde. Offensichtlich steht hier das Profitstreben im Vordergrund, das mög-
lichst alle Eltern in Vollzeit erwerbstätig sehen will, um die Löhne möglichst niedrig halten zu kön-
nen. Das Wohl der Kinder und die Interessen der Eltern bleiben dagegen unbeachtet.
Das Ergebnis der Befragung steht im Einklang mit der Forderung des Verbandes Familienarbeit
e.V., der eine Reform des Elterngeldes verlangt. Elterngeld soll allen Eltern als Lohn für Kinderer-
ziehung gezahlt werden statt als „Lohnersatz“ einkommensabhängig zu sein. Außerdem soll es über
drei Jahre hinweg in Höhe des staatlichen Zuschusses für die Kinderkrippen gezahlt werden, damit
Eltern die Wahlfreiheit erhalten, mit dem Geld eine Fremdbetreuung ihrer Wahl oder die Eigenbe-
treuung finanzieren zu können. Näheres dazu in einem Faltblatt des Verbandes.
Das arbeitsmarktpolitische Ziel einer Vollerwerbsarbeit aller Eltern ist nicht nur unsozial, sondern
auch kurzsichtig, weil es nur kurzfristig wirksam ist. Auf längere Sicht fördert das den Geburten-
rückgang und damit den künftigen Arbeitskräftemangel, der schon heute immer deutlicher wird.

Dr. Johannes Resch
Verband Familienarbeit e.V.
www.familienarbeit-heute.de

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