22. Mai 2024

Der korrigierte Mensch

Der korrigierte und damit korrekte Mensch, zu dem wir fast alle konditioniert werden, ist kein lebendiger, bewusster Mensch mehr. Sondern ein konditionierter Mensch: Konditioniert zu einem Befehlsempfänger, der sich selbst nicht mehr spürt. Die Umprogrammierung beginnt bereits in der frühen Kindheit, wo sich Kinder, anstatt unbekümmert zu spielen, mit den sexuellen Phantasien Erwachsener „auseinandersetzen“ müssen. Über Kinder wird verfügt, sie werden zu Objekten der „neuen Pädagogen der Vielfalt“ gemacht, die ihre kranken Phantasien über beziehungsentleerte Sexualität unter dem Deckmantel der Aufklärung Kindergartenkindern und Grundschülern überstülpen. Überhaupt lernen Kinder früh, die Objekte der Erwartungen und Vorstellungen der Erwachsenen zu sein. Selbst die Bindung des Kindes an seine Eltern wird neuerdings infrage gestellt und gilt als „rechtes Gedankengut“. Korrekte Kinder nennen ihre Eltern nicht mehr Mama und Papa, sondern Elternteil-1 und Elternteil-2. Sie wissen bereits mit drei, wie man masturbiert und was man mit dem eigenen und anderen Körper alles so machen kann. Sie haben´s drauf (für wen eigentlich?)!

Der korrekte Mensch, der so früh zu einem befriedigungssüchtigen Konsum-Monster entmenschlicht wurde, der gelernt hat, über seinen Mitmenschen lust- und befriedigungsorientiert zu verfügen und sich selbst verfügbar zu machen, macht nicht nur alles genau so, wie es die Masse und die Obrigkeit von ihm fordert. Er kontrolliert nicht nur sich selbst, dass er sich angepasst und politisch korrekt verhält. Er kontrolliert auch andere darauf, ob sie im gleichen Käfig stecken wie er selbst. Denn der korrekte Mensch hasst die wahren Gefühle, die Freiheit und die Lebendigkeit freier und lebendiger Menschen.

Der korrekte Mensch gendert brav, macht sich brav um alles Sorgen, um was er sich gefälligst Sorgen zu machen hat. Um das „Klima“, um die „Umwelt“, um die „Gleichberechtigung“. Er engagiert sich brav bei der Antidiskriminierung, beim „Kampf gegen rechts“ und kämpft überhaupt gegen alle von der Obrigkeit und ihren Medien vorgekauten Feindbilder. Vor lauter Angst hinterfragt er diese auch nie. Allerdings darf er sich über bestimmte Gefahren keine Sorgen machen: Über die übergriffige und missbräuchliche Frühsexualisierung der Kinder in Kita und Grundschule (im Namen der “Aufklärung”, versteht sich), darüber, dass man bestimmte Stadtbäder in Berlin Kreuzberg nicht mehr besuchen kann, ohne von Männer-Mobbs belästigt zu werden, über das faktische Importieren von interkultureller Gewalt.

Nein, mit der Lebenswirklichkeit darf die Sorge des korrekten Menschen nichts zu tun haben. Dann wäre er ja inkorrekt, bzw. Rääächts. Er wäre dann ein “Sorgenbürger”. Der korrekte Mensch hat sich nur über zuvor medial abgesegnete “Weltprobleme” Sorgen zu machen. Da darf er sogar zu kriminellen Mitteln greifen und dem Autofahrer “eine kleben”! Dann wird der auch “Klima-Aktivist” genannt und sein kriminelles Treiben bekommt einen heroischen Anstrich.

Der korrekte Weltmensch hält für böse, was ihm als böse deklariert wird. Er stellt niemals Fragen, weil die auf eine eventuelle „Inkorrektheit“ weisen könnten. Er ist so stark angepasst, dass er das schon gar nicht mehr merkt. Denn das Spüren seiner selbst ist ja auch inkorrekt. Korrekter ist es, sich sagen zu lassen, was korrekt ist und wie er korrekterweise zu sein hat.

Der korrekte Mensch ist ein „Influenza“ und steckt andere mit seiner Korrektheit an. Die, die sich nicht anstecken lassen, hasst er, denn darauf wurde er korrekterweise konditioniert.

Der korrekte Mensch ist die Zwischenstufe zur Entmenschlichung, des „neuen Menschen“. Der „neue Mensch“ (Transhumanismus) lebt korrekterweise in der virtuellen Welt der durch die neue Technologie erschaffenen Denksysteme und Glaubenssätze. Er bewegt sich zwischen den Mentalmagneten, die ihm medial dargeboten werden und beteiligt sich an allen erwünschten „Diskursen“, um sich und sein Weltbild zu verteidigen. Er ist geleitet davon, sich und sein erlerntes Denksystem zu verteidigen bis auf Blut, weil der Schmerz der Selbsterkenntnis, des fremden Lebens, dessen er sich gewahr werden könnte und das er womöglich bislang „gelebt“ hat, zu schmerzhaft wäre.

Der lebendige Mensch dagegen lebt – und speist alle Agitatoren, Propagandisten und Ideologen, die ihm etwas von ihrer Welt erzählen wollen, mit einem „Schleich dich“ ab.

Der lebendige Mensch bewegt sich in der wirklichen Welt (und nicht in ihrer Abstraktion), braucht keine technologischen Prothesen, die ihm die Weltflucht erleichtern und ihm eine Ersatzrealität suggerieren. Er lebt einfach. Man erkennt ihn daran, dass er alle Fallen, alle „Diskussionsangebote mit einem „Ich hab da keine Ahnung“ beendet. Er ist in Beziehung, vertraut seiner eigenen Wahrnehmung, ist präsent und interessiert sich für das Nahe, für das Lebendige, für das Wesentliche, jenseits unser Konstruktionen von Böse und Gut, Korrekt und Inkorrekt. Er hat die Ebene des „Entweder – oder“ verlassen und bewegt sich im „Sowohl als auch“. Für die, die ihn in diesem Sinne “korrigieren” wollen, erscheint er knorrig wie ein alter Baum, unerreichbar wie der Ozean und nutzlos wie ein alter Esel. Lebendigen Menschen erscheint er authentisch, hinterfragend und intelligent.

Er lebt einfach und lässt sich auf keine unserer intellektuellen Narzissmus-Spiele mehr ein.

Mir fällt gerade auf: Ich habe den „korrekten“ Menschen „ gar nicht gegendert“. Na und? Werde lebendig!

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