24. Mai 2024

Österreichische Schule

(oder eine Sammlung der Wiedersprüche und Irrlehren)

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


Thesen der Österreichischen Schule und Anmerkungen und Widerlegungen

1)„Zeitpräferenz“
a. … ist die Höherbewertung gegenwärtiger gegenüber gleichartigen künftigen Gütern.
b. … entspricht Konsum Gegenwart = hohe Zeitpräferenz ( = Nachfrage).
c. … resultiert aus Konsumverzicht = Sparen in Verbindung mit Zeit
d. „Zeitpräferenz“ entspricht dem Risiko.

Wiederlegung:
zu a. Die Zeitpräferenz spiegelt die Dringlichkeit einer Nachfrage also von Bedürfnissen wieder. Hier muss aber berücksichtig werden, dass nicht nur Zeiträume oder Zeitpunkte für Dringlichkeiten entscheidend sind. Ein Glas Wasser nach einer Dürre anzubieten hat nicht zwangläufig bei den Nachfrager auch eine hohe allgemeine Präferenz. (betrifft auch Zeitpräferenz!) Auch wenn hier der Zeitpunkt des Angebots günstig ist (hohe Zeitpräferenz vorausgesetzt), heißt es nicht, dass hier auch eine dringliche Bedürfnisbefriedigung notwendig ist (keine hohe Zeitpräferenz liegt vor). Hier kann sich die Theorie (Annahme) mit der Realität (Tatsächliche Bedürfnisse und Nachfrage) unterscheiden.

zu b. Auch ist widerlegt, dass gegenwärtiger Konsum immer dem zukünftigen Konsum vorgezogen wird. Wie konsumiert wird orientiert sich nur zu einem Teil an Zeitfaktoren (u.a. Zeitpräferenz). Die Liquidität ist hier ebenfalls ein entscheidender Faktor. Da her ist die Pauschalisierung einer Zeitpräferenz eine unzureichende Vermutung, die sich nur in darauf abgestimmten Beispielen belegen lässt und in der breiten Masse nicht so gültig ist.

zu c. Die Verbindung zwischen Zeitpräferenz und Sparen als Konsumverzicht ist eingepicht bereits widerlegt. Gespart werden Mittel nur wenn diese übrig bleiben. (Wenn es einen Überschuss gibt!) Auf Konsum kann nur eingeschränkt verzichtet werden. Wenn es sich um den Konsum zur Befriedigung von Grundbedürfnissen handelt, kann hier nicht auf Konsum verzichtet werden, sonst schadet sich der Konsument selbst.

zu d. Auch dass die Zeitpräferenz einer Risikoeinschätzung oder ähnlichem entspricht, trifft nur bedingt in Verbindung mit Zinsen zu. Ansonsten ist hier der Begriff Risikoentschädigung oder Risikoprämie auch von der Definition her passender als der Begriff Zeitpräferenz.

2) Zinssatz
a. … Zinssatz verknüpft „Zeitpräferenz“.
b. … Urzin ein nicht monetäres Phänomen = Wertunterschied der Güter.

Wiederlegung:

zu a. Der Zinssatz orientiert sich nicht an einer Zeitpräferenz. Der Zinssatz orientiert sich an der Knappheit und dem Angebot und der Nachfrage gewisser Waren. Z.B. Luft hat keine Zeitpräferenz, weil sie immer vorhanden ist. Hier hat der Mensch allerdings eine hohe Dringlichkeit, weil sie lebensnotwendig ist. Laut österreichischer Logik hat Luft dann eine hohe Zeitpräferenz. Dies widerspricht dem Zusammenhang zwischen Zeitpräferenz und Zinssatz. Hier müsste die Luft einen Zinssatz haben. (Dies ist Realitätsfern!) Die Zeitpräferenz als Zinssatz (bzw. Zeit und Zins) spielen nur eine Rolle bei der Haltbarkeit von Geld (monetäre Mittel) und der Haltbarkeit der Waren (verderbliche Waren). Hier kann das Geld warten (+ Zeit) während die Waren verfaulen (- Zeit) und somit durch eine künstliche Knappheit den Zins erzwingen.

zu b. Der Urzins ist somit auch ein absolutes monetäres Phänomen. Der Urszins ist der Zins, der aus dem Haltbarkeitsunterschied der Waren zum Geld resultiert. Einen Wertunterschied der Güter gibt es, aber hier handelt es sich nicht um einen Urzins, sondern um die Bewertung eines subjektiven Wertes. Hier sind die Begriffe Urzins und Bewertung von Werten strickt zu unterscheiden.

3) Nur Vertrauen und Zusammenarbeit schaffen Marktpreissignale.

Zu diesem Punkt gib es keine Wiederlegung nur eine Anmerkung: Zusammenarbeit resultiert auf dem Vertrauen. Marktpreissignale haben aber eine andere Ursache als Vertrauen oder Zusammenarbeit. In der Rolle als Verkäufer wird zwar Vertrauen zur Zusammenarbeit vermittelt und damit ein Signal an den Markt bzw. Marktteilnehmer gesendet, aber viel wichtiger sind die Voraussetzungen der Rahmenbedingungen des Marktes. Individuelle Marktpreissignale können keinen skeptischen oder rezessiven Markt überzeugen.

4) Markt und Preis

a. Markt lässt Preise entstehen, die den Nutzen und Befriedigung (Nachfrage) widerspiegeln.
b. Preise müssen sich dem Marktgeschehen anpassen
c. verzerrte Preise stören den Markt und resultieren aus staatlichen Institutionen

Wiederlegung:

zu a. Preise entstehen zwar am Markt, aber nicht durch den Markt. Die Beobachtung der Preisentwicklungen am Markt ist nur ein Baustein zur Preisgestaltung. Schwerpunktmäßig setzen sich Preise aus Angebot und Nachfrage (wobei Nachfrage nicht immer gleich Nutzen ist) zusammen. Weitere Punkte sind Knappheit der Ware, Finanzierung der Unternehmung (Eigen- und Fremdfinanzierung und damit verbundene Zinssätze), Produktionsaufwand, Personalkosten, usw.

zu b. Da her trifft es nur unzureichend zu, dass sich Preise dem Markt anpassen. Wenn man die anderweitigen Kosten nicht berücksichtigt, kann sich allein durch Angebot und Nachfrage am Markt der Preis bilden. Der Preis wird aber wie oben beschrieben durch weitere Faktoren beeinflusst. Bei monopolen Angeboten verhält es sich sogar gegenteilig, so dass sich der Markt den Preis aussucht.

zu c. Wie oben beschrieben werden die Preise sowieso durch genug andere Faktoren beeinflusst (verzerrt), diese Faktoren müssen aber allein schon aus betriebswirtschaftlicher Sicht berücksichtigt werden. (Das Produkt erscheint nicht einfach creatio ex nihilo / aus dem Nichts auf dem Markt!) Staatliche Interventionen sind hier nur ein Punkt von vielen. Staatliche Interventionen, sind allerdings notwendig um schlimmste soziale Folgen abzumildern, auch wenn dann als Konsequenz auf dem Markt nicht mehr alles rund läuft bzw. verzerrt wird. (Entweder die Markverhältnisse verzerren sich oder in sozialer Konsequenz gibt es Tote.)

5) Zentralbankenkritik (ZB)

a. Eingriffe der ZB (z.B. Leitzinsen) stören den Markt.
b. Der Zinssatz koordiniert die Zeitpräferenzen
c. Annahme eines natürlichen Zinses eines Gutes
d. Manipulation der Zinssätze durch ZB
e. Zinsen werden künstlich gedrückt
f. Niedrige Zinsen führen zu einer Geldmengenausweitung und schließlich zu Inflation
g. Zyklus: auf Zinsenkung folgt eine Zinserhebung
h. Niedrige Zinsen führen zu Zombieunternehmen

Wiederlegung:

zu a. Das ZBs mit Eingriffen den Markt stören ist nicht haltbar. Die ZB verwenden Mittel (bis her nur indirekter Art) um eine Währung zu stabilisieren und somit Preisstabilität zu ermöglichen. Der Leitzins ist eines dieser Mittel. Durch die Zielsetzung der Stabilität der ZB wird die Wirtschaft stabil gehalten und ermöglichen überhaupt einen langfristig funktionierenden Markt. Die Störungen resultieren eher durch Marktspekulationen (Tulpomanie) und Monopolstrukturen. Da es sich bei den Werkzeugen der ZB um indirekte Mittel handelt sind ihre Eingriffe nur wenig wirksam und fungieren selten als Trendsetter.

zu b. Wie bei Punkt 1 bereits weiderlegt orientiert sich die Zeitpräferenz nicht an einem Zins oder umgekehrt. Ebenso sind es eher Knappheitsfaktoren, die die Dringlichkeit in Form eines Zinssatzes bestimmen. Der Zinssatz lässt sich nicht koordinieren, sondern nur leiten.

zu c. Der natürliche Zins einen Gutes ist nur als Hinweis auf seine Knappheit in Betracht zu ziehen. Ein knappes Gut ist ein Gut mit hoher Nachfrage und folglich nach österreichischer Logik mit hoher Zeitpräferenz. Genauso gibt es allerdings Güter mit einem “natürlichen” Zins von Null (z.B. Luft) trotz hoher Zeitpräferenz. Somit ist die Knappheit eher ein Indiz für “natürlichen” Zins und auch gilt ein solcher Zins nur, wenn das Gut als Ware wirtschaftlich relevant wird.

zu d. Wie oben erklärt geben die ZBs einen Leitzins vor. Dieser manipuliert die Zinssätze nur bedingt. Hier ist zu berücksichtigen, dass Zinsen oft Vertraglich festgelegt sein können oder alleine aus Monopolstrukturen (Knappheit) resultieren. Hierauf haben die “Zinsmanipulationen” der ZB kaum bis gar keinen Einfluss. Zwar werden die Leitzinsen als Vorgabe für Geschäftsbanken (GB) zur Kreditvergabe verwendet, aber die GB geben solche Zinsänderungen nicht immer eins zu eins an die Kreditnehmer und Sparer wieder. (Hier spielen auch andere Faktoren wie Kundenbindung eine Rolle!) Außerdem dienen solche Manipulationen der Zinssätze der Erhaltung der volkswirtschaftlichen Funktion und der Krisenprävention. Solche Punkte scheinen nach österreichischer Sichtweise keine Beachtung zu finden.

zu e. Da Zinsen ein Indiz für Knappheit sind, führt alleine eine gesättigte Marktwirtschaft zu einer Zinssenkung, da die Rendite der Waren sinkt, weil die Nachfrage sinkt. Diesen Nachfragerückgang versuchen die ZB dann mit sinkenden Leitzinsen zu kompensieren. (Es handelt sich hier lediglich um eine Anpassung des Zinses.) Die Zinsen werden somit nicht künstlich gedrückt, sondern an den Markt angepasst. Das Gegenteil ist eigentlich somit der Fall. Zinsen werden nicht künstlich gedrückt, sondern eher künstlich hoch gehalten, weil es nachweislich künstliche Verknappungen auf dem Markt gibt.

zu f. Wie die Phase negativer Zinsen gezeigt hat, entstand nur zum Ende eine Erhöhung der Geldmenge durch Anleihekäufe. Diese hatten mit den niedrigen Zinsen selber aber eigentlich nichts zu tun. Die Kreditmenge steigt zwar bei niedrigen Zinsen, diese führen aber nicht zwangläufig zu einer Geldmengenausweitung. Hier läuft es auf lange Sicht darauf hinaus, dass sogar eher vorhandenes Geld verliehen wird, statt neues Geld zu schöpfen. Nur bei positiven Zinsen findet eine Geldmengenausweitung bedingt durch die Zinsanspruche statt. Hier muss zwangsweise neues Geld geschöpft werden, weil im Wirtschaftskreislauf immer mehr das Geld für die Zinszahlungen fehlen würde. (Folge von Geldmangel ist Deflation!) Inflation entsteht auch nicht alleine aus Geldmengenausweitung, sondern nur wenn größere Geldmengen im Verhältnis zur Warenmenge plötzlich nachfragewirksam werden. (monetäre Inflation!) Nebenbei gibt es auch genug andere Ursachen, die Inflation auslösen können. Von einer Hyperinflation mal abgesehen, verkraftet der Markt und die Wirtschaft eine Inflation besser als eine Deflation, die offenbar von der österreichischen Schule nicht beachtet wird.

zu g. Es ist zutreffend, dass es einen Zinszyklus gibt. Dieser ist aber kein Phänomen der ZB, sondern von Interessengruppen. Genau wie Wirtschaftszyklen sind Zinszyklen ein Indiz für ein allgemeines Fehlverhalten in der Wirtschaft.

zu h. An Zombieunternehmen ist, auch wenn es sich hier um einen abwertenden Begriff handelt, etwas richtiges dran. Zombieunternehmen sind Unternehmen, die bei niedrigen Zinsen Investitionen aufnehmen, die sie bei hohen Zinsen nicht ausführen könnten. Daran ist eigentlich nichts zombifizierend. Hier passt sich das Investitionsniveau nur den normalen Niveau an, ohne hierbei von künstlich hoch gehaltenen Zinsen blockiert zu werden. Es handelt sich hier nicht, wie man fälschlicherweise beim Begriff Zombieunternehmen verstehen könnte, um Investitionen über die Verhältnisse, sondern um notwendige Nachinvestitionen, die wie schon geschrieben, ansonsten nicht möglich wären. Hier blockieren hohe Zinsen also den wirtschaftlichen Fortschritt. Diese Entwicklung ist, bei niedrigen Zinsen, eigentlich wünschenswert, weil hier die Wirtstaft (vor allem sozial) stabilisiert wird.

6) Werttheorie der Österreichischen Schule

a. Objektiver Wert wird abgelehnt.
b. Subjektiver Wert wird befürwortet.

Zu diesem Punkt gib es keine Wiederlegung nur eine Anmerkung:

zu a. / b. Hier ist der österreichischen Schule zu gute zu halten, dass der Wert nicht objektiv, sondern subjektiv gesehen wird. Damit ist diese Werttheorie zielgenauer als die Werttheorie der Neoklassik. Allerdings ist hier die Frage zu stellen wie relevant eine Werttheorie für die Preisbildung in der Wirtschaft ist. Wie bereits oben erwähnt gibt es viele Faktoren bei der Preisbildung zu beachten, die relevanter sind als der subjektive Wert einer Ware. Der Wert (und dazugehörige Theorien) spielen nur eine Rolle bei bestimmten Gütern (Luxusgüter wie z.B. Gemälden, Kunstwerken, Sammlerstücken usw.), aber kaum bis gar nicht bei regulären Gütern (z.B. Verbrauchsgüter wie Essen oder Gebrauchsgütern wie Werkzeuge oder Dienstleistungen). Für eine reguläre Preisermittlung ist die Relevanz einer Werttheorie somit generell in Frage zu stellen.

7) Keine Interventionen, nur freier Markt

a. externe Eingriffe in das Marktgeschehen werden abgelehnt
b. freier Markt regelt alles

Wiederlegung:

zu a. Wie schon bei den Punkten zu der Zentralbank (ZB) geschildert, haben externe Interventionen oft einen gewissen sozialen Sinn. Natürlich muss die Relevanz der Notwendigkeit eines externen Eingriffes gegeben sein. Eine zentralistische Wirtschaft (Planwirtschaft) ist klar abzulehnen. Es gibt Situationen, wo eine externe Intervention notwendig ist (alle Güter, die nicht zur individuellen subjektiven Betrachtung passen z.B. bei allgemein Güter wie Boden, Wasser, Umwelt usw.) und wo lieber Marktmechanismen ungestört wirken sollten (Verkauf von Waren und Dienstleistungen, Preisbildung, Unternehmertum, usw.).

zu b. Die Annahme der Markt würde alles regeln können, ist vor allem in einer Wirtschaft mit Monopolen (Kapitalismus) fatal. Monopole (z.B. Boden) verzerren die Märkte ebenso stark, als wenn eine zentralistische Staatswirtschaft alles regeln würde. Hier verstritt die österreichische Schule ein dogmatisches Extrem, ähnlich wie die Neoliberalsten. Besser wäre es nicht nur die Extrempunkte zu betrachten, sondern zu schauen wie weit das eine gehen darf und das andere gehen darf. Die Vorgaben von Rahmenbedingungen, die weit entfernt sind von zentralistischer Wirtschaft, würden den Vorteil beider Extreme ausschöpfen. Hier ist der Ordoliberalismus ein Vorbild. Feste Rahmenbedingungen senken externe Interventionen und verhindern ungezügelte Marktausschweifungen (Tulpomanie).

8 ) Gold (als Geld)

Was sind die wesentlichen Voraussetzungen für Geld? (Nach österreichischer Schule!)

a) es muss leicht in standardisierte Einheiten teilbar sein
b) es muss frei übertragbar sein
c) es muss leicht zu transportieren sein
d) es muss haltbar und nahezu unzerstörbar sein
e) es benötigt eine lange Erfolgsgeschichte universaler Akzeptanz
f) es muss leicht erkennbar sein und bestimmte Kriterien erfüllen, die leicht nachprüfbar sind
g) es muss eine hohe Wertdichte besitzen (d.h., einen hoher Wert relativ zu Gewicht und Menge)
h) die existierenden Bestände müssen groß relativ zu der jährlichen Erhöhung des Bestandes sein (hohes „stock-to-flow“-Ratio)
i) die Lagerkosten müssen niedrig sein
j) die Transportkosten müssen niedrig sein
k) es muss gegen willkürliche Vervielfältigung immun sein.

Es gibt zahlreiche Güter, die viele dieser Kriterien erfüllen, doch nur Gold und Silber erfüllen alle davon. (Gold ist das beste Geld! Laut österreichischer Schule.)
Der Wiederspruch mit Mises! „Geld ist ein Tauschmittel. Es ist das absatzfähigste Gut, welches Menschen erwerben weil sie es später einmal gegen andere Güter tauschen wollen… das ist seine einzige Funktion. Alle anderen vermeintlichen Funktionen des Geldes sind lediglich Sonderfälle seiner primären und einzigen Funktion, der eines Tauschmittels.“ Zitat Ludwig von Mises

Wiederlegung: Beim Thema Geld liefert die österreichische Schule einen der größten Irrtümer. Hierfür werden die einzelnen Punkte der österreichischen Schule beleuchtet und in Frage gestellt, ob hier die Funktion als Geld sinnvoll ist.

zu a) Dass Geld in standardisierte Einheiten teilbar sein sollte ist selbstverständlich und leuchtet alleine schon aus der Handhabung ein.

zu b) Natürlich muss Geld frei übertragbar sein, sonst würde es den Tausch nicht vereinfachen.

zu c) Der leichte Transport ist auch ein Vorteil, der sich logisch aus der Handhabung und Vereinfachung ergibt.

zu d) Hier ist der größte Irrtum verborgen. Ein haltbares und unzerstörbares Geld widerspricht hier den Punkten b, h und j.

zu e) Eine lange Erfolgsgeschichte ist relativ und immer abhängig von den jeweiligen gegebenen Umständen. (Eine Diktatur, die 100 Jahre der Bevölkerung ein bestimmtes Geld aufzwingt und nur davon selber profitiert, spricht nicht für eine Erfolgsgeschichte für die Bevölkerung und des Geldes, da es unter Zwang erhalten blieb.) Es handelt sich hier also auch eher um einen Irrtum.

zu f) Nachprüfbarkeit und Erkennbarkeit sind als Kriterium ebenfalls selbstverständlich, weil Geld fälschungssicher sein sollte.

zu g) Eine hohe Wertdichte als Voraussetzung ist wohl im digitalen Zeitalter etwas überholt. Also nicht mehr so relevant.

zu h) Diese Voraussetzung (hohes „stock-to-flow“-Ratio) ist ebenfalls im digitalen Zeitalter überholt. Also auch nicht mehr relevant.

zu i) Der Punkt der Lagerkosten trifft zu, allerdings sollte man hier überlegen warum zwingend Lagerkosten erforderlich sein könnten. Im Bezug auf den Geldumlauf sind Lagerkosten ein wichtiges Instrument. (Niedrige Lagerkosten wirken rezessiv auf die Marktwirtschaft. Hohe Lagerkosten wirken belebend auf die Marktwirtschaft.)

zu j) Die Transportkosten müssen definitiv niedrig sein, alleine schon um Punk b zu unterstützen.

zu k) Der Punkt der willkürlichen Geldvermehrung ist relevant. Man sollte die Menge des Zahlungsmittels nur entsprechend der wirtschaftlichen Notwendigkeit erweitern oder verringern. Dies sollte aber auch überhaupt möglich sein.

Zum Gold als Geld:
Gold als das beste Geld zu bezeichnen ist ein Resultat des Irrglaubens der österreichischen Schule. Das Geldsystem mit Goldwährung oder Goldkernwährung ist nicht ohne Grund gescheitert. Gold hat das Problem, dass es nicht den wirtschaftlichen Begebenheiten des Marktes angepasst werden kann. Es verhält sich zu tiefst dem Marktbedürfnissen asymmetrisch. Das heißt wenn gerade Geld (Gold) am Markt gebraucht wird, zieht das Geld (Gold) sich vom Markt zurück und wenn nicht benötigt, wird es erst recht angeboten. Das heißt wenn nicht ein bestimmter Preis (Zins) für das Geld (Gold) geboten wird, fehlt dieses Geld (Gold) in der Wirtschaft. Die Wirtschaftskrise ist vorprogrammiert, weil vor allem Gold den Nachteil hat nicht entsprechend zur Verfügung zu stehen, wenn es allgemein gebraucht wird.

Die lange “Erfolgsgeschichte” mit Gold als Geld kann eigentlich von fortschrittlicher und sozialer Sicht nur als Misserfolg gewertet werden. Auch die Punkte d , g und i widersprechen im Übrigen der Hauptfunktion von Geldes (Tauschmittelfunktion). Bei der österreichischen Schule werden die passiven Eigenschaften des Geldes als Schatzmittel begünstigt. Dies führt letztendlich zu Hortung und zum Stocken der Wirtschaft. Somit ist belegt, dass ohne stabile Geldzirkulation ein stabiles und sicheres Wirtschaften nicht möglich ist und Gold als Geld nur unzureichend tauglich ist. Auch Mises belegt in seinem Zitat im Wiederspruch zu seiner eigenen Schule die Qualifikation von Gold als Geld, da er hier Geld als Tauschmittel und nicht als Schatz- oder Sparmittel bezeichnet.
Für ihn sind das nur “Sonderfälle”. Da her ist hier auch die Kritik der Geldzirkulationstheorie der Freiwirtschaft von Seiten der österreichischen Schule null und nichtig. (Im Linkt wird die Wiederlegung einer solchen Kritik belegt. Dort wird auch belegt wie unsachlich und unwissenschaftliche gewisse Vertreter der österreichischen Schule arbeiten.)

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