Weiterleitung eines Newsletters von Roland Moesl
Diese Woche war ich in Stuttgart auf der Eltefa Messe. Warum sind Wärmepumpen so teuer? Das macht doch nichts, Sie bekommen bei geringen Einkommen bis zu 70% vom Staat gefördert. Prima, da kostet so eine Wärmepumpe mit Einbau 45.000 € und man braucht nur 13.500 € selber bezahlen, die restlichen 31.500 € werden dem Steuerzahler aufgebrummt.
Was wäre ein gerechter Preis? Einkaufspreis China * 3 und dazu 10 Stunden zu 90 € für den Einbau, Anfahrt, Kleinmaterial. Also zum Beispiel 1200 € Einkaufspreis China, 5.000 € Endkundenpreis mit Einbau. Aber dank der Supersubventionen zahlt man nur 13.500 € und der Rest der Steuerzahler.
18 Millionen Wärmepumpen bis 2025 |
Ich habe die 2023 Version des genehmigten Szenariorahmens für 2045 schon 2024 heftigst kritisiert, jetzt gibt es davon eine neue 2024 Version. Da steht etwas von bis zu 18 Millionen Wärmepumpen bis 2045. Nehmen wir einmal an, die würden im Durchschnitt mit Einbau 40.000 € kosten und zu 60% subventioniert sein. Macht 432 Milliarden Subventionen bis 2045, 288 Milliarden muss der Bürger selber zahlen.
Mit anständigen Preisen müsse der Bürger hingegen nur 90 Milliarden selber zahlen.
Eine der Wärmepumpenleute wollte dann mit der höheren Qualität argumentieren. Für Deutschland müssen wegen der hohen Strompreise viel bessere Wärmepumpen gebaut werden. Gut, nehmen wir einmal 15.000 kWh Wärme als Jahresbedarf an. Die gute schafft dies mir JAZ (Jahresarbeitszahl) 4,2, die schlechte mit JAZ 3,9. Macht 3571 oder 3.846 kWh Strom. Das sind nur 275 kWh Unterschied. Selbst bei 60 Cent Strompreis nur 165 €. Damit kann man 1.650 € Preisdifferenz argumentieren. Bei 3.300 € wird die Argumentation schon sehr grenzwertig, aber auf keinen Fall über 10.000 €.
Wie hoch ist die Förderung für Stromspeicher? |
Die Förderhöhe beträgt 200 Euro pro kWh Speichernennkapazität oder maximal 30 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten in Form eines einmaligen Investitionskostenzuschusses.
Da habe ich ein Angebot für 120 kWh CIF Hafen Koper Slowenien zu 10.500 €. Könnte sein, dass dies dann mit 19.200 € in der Endkundenrechnung für ein GEMINI next Generation Haus, Teil Energiesystem, steht. Da könnte der Kunde in Deutschland dann 30% bekommen, 5.760 €. Wenn aber jemand bei einem Wucherer einkauft, würde genau so viel Förderung für nur 28,8 kWh Akku ausbezahlt werden.
Für derzeit 100 GW Photovoltaik sollten 300 GWh Stromspeicher vorhanden sein. Mit dem Fördermodell würde das dem Staat 60 Milliarden Förderung kosten. Aber sogar im neuen Szenariorahmen 2045 stehen 500 GW Photovoltaik. Wären wieder 300 Milliarden Förderungen.
Der Kapitalismus ist gut für den Konsumenten |
Der Kapitalismus ist gut für die Konsumenten, weil so viele geldgierige Kapitalisten versuchen, mit billigeren und besseren Produkten Marktanteile zu erobern. Schauen wir mal, was am chinesischen Automarkt los ist. Xiaomi kommt mit 1.524 PS für nur US$ 72.000, BYD stellt 1.000 kW Schnellladeleistung vor, Elektroautos mit 300 km Reichweite schon unter US$ 10.000. Kleinstwagen in der Größe von Lloyd, Isetta oder Trabant schon um US$ 5.000.
Die schlimmsten Feinde des Konsumenten sind Kartellbildung, Preisabsprachen, ungerechtfertigte Subventionen und gesetzlicher Zwang.
Warum sollte man keine Phantasiepreise verlangen, wenn der Konsument gesetzlich gezwungen wird, das Produkt zu kaufen? Es geht ja nicht um Anstand und Gemeinwohl, sondern um Geld. Dieses Geld möchte man mit dem geringstmöglichen Aufwand einnehmen. Gesetzlicher Zwang zur Umstellung ist da wie das Schlaraffenland für Unternehmer. Das Gegenteil davon ist der Elektroautomarkt in China, wo man in der Gefahr ist, es auch mit absoluten Spitzenleistungen in Innovation und niedrigem Preis, es nicht zu schaffen.
Somit ist dies auch ein Vergleich zwischen zwei Regierungssystemen: Das eine System schafft es, dass Konsument und Staat bis zum letzten ausgepresst werden. Das andere System schafft es, die gesamte Kreativität der Wirtschaft zum Wohle der Konsumenten zu aktivieren.
Das Ende vom Wasserstoff Nonsens |
Am Rückweg von der Eltefa Messe sah ich auch in Ulm in der Helmholtzstrasse vorbei. Überraschung, da war eine Wasserstofftankstelle.

Nur 19,25 € pro kg ist im Vergleich zu den US$ 33 in Kalifornien recht günstig. Meist ist der Verbrauch etwas über 1 kg auf 100 km.

Aber nicht mehr lange, die Wasserstofftankstelle wird am 31. März 2025 geschlossen.

Die Zapfsäule sieht ja recht kompakt aus, aber dahinter ist die Verdichterstation. Es ist ja ein Aufwand den Wasserstoff mit 700 bar in den Tank zu pressen. Das ist ein Druck wie in 7 km Wassertiefe. Das U-Boot, welches die Titanic besuchen wollte, ist in nur 4 km Tiefe zerquetscht worden.

Ist das schon alles? Nein, dahinter kommt noch das Lager für den Wasserstoff!

Durch eine Lücke im Zaun werden 6 riesige Wasserstoffflaschen sichtbar. Mit einer Suche im Internet konnte nichts über Druck und Kapazität herausgefunden werden. Ich konnte nur von 2 Passanten erfahren, dass es 240 kg mit 200 bar sein sollen. Ich vermute die Druckflaschen sind gerade so lang, dass diese noch auf einem Sattelschlepper drauf passen. Da muss also ein Sattelschlepper kommen, um 50 Autos mit Wasserstoff zu versorgen.

So sieht dies in der Gesamtübersicht aus.

Hier zu meiner Kritik an einer Studie in 2013, wo man versucht hat das Elektroauto kleinzureden, um weiter Geld für die Wasserstoffforschung zu bekommen. Geld kann man nicht zweimal ausgeben. Alles was in die Wasserstoffforschung investiert wurde, fehlt bei der Akkuforschung.