9. April 2026

Clash of the Titans 11

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


Erklärung zur Aufklärung

Eine fiktive Diskussion zweier intellektueller Größen.

1. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) (berühmter deutscher Dichter, Politiker und Naturforscher.)

2. Silvio Gesell (1862-1930) (Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre)

In diesem „Clash of the Titans“ treffen Poesie und Ökonomie auf höchster Ebene aufeinander. Johann Wolfgang von Goethe, der in Faust II das wohl tiefgründigste Werk über das Wesen des Geldes schrieb, trifft auf Silvio Gesell, der die „Mephistophelischen“ Fehler des Geldsystems beheben wollte.

Der Dialog: Das Gold-Phantom und der Fluch des Zinses

Goethe: „Herr Gesell, Sie kommen in einer Zeit zu mir, in der die Menschen immer noch denselben Schatten nachjagen wie mein Faust. Ich habe es im ersten Teil meines Dramas gesagt: ‚Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen!‘ Es ist ein Fluch. Das Gold ist zum Gott geworden, doch es ist ein Gott aus totem, kaltem Metall.“

Gesell: „Goethe, Sie haben den Kern der Tragödie erfasst. Aber wissen Sie auch, warum alles am Golde hängt? Weil wir dem Gold ein Privileg verliehen haben, das keinem lebendigen Wesen zusteht: Es ist unvergänglich. Während die Früchte des Feldes verfaulen und die Arbeit des Handwerkers verfällt, bleibt das Gold gleich. Das macht es zum Tyrannen über das Leben.“

Goethe: „In meinem Faust II ließ ich Mephistopheles das Papiergeld erfinden, gedeckt durch Schätze, die noch tief in der Erde liegen. Ein blendender Schein! Es löste eine kurze Blüte aus, doch am Ende führt die Entkoppelung vom Wahren zum Chaos. Das Geld wurde zur Magie, die den Geist verwirrt.“

Gesell: „Und genau hier setzt meine Korrektur an! Mephisto hat das Papiergeld nur als Kopie des Goldes erschaffen – es blieb hortbar, es blieb ein Instrument der Macht. Mein Freigeld hingegen ist das Gegenteil von Magie. Es ist die pure Natur. Ich nehme dem Geld den unnatürlichen Vorteil der Ewigkeit. Mein Geld ‚rostet‘. Es zwingt den Menschen, sich dem Fluss des Lebens anzuschließen, statt Reichtum durch bloßes Horten anzuhäufen.“

Der Vergleich: Mephistos Papiergeld vs. Gesells Freigeld

Goethe: „Sie wollen also, dass das Geld verfällt? Dass es dem Gesetz der Vergänglichkeit unterliegt, wie alles Irdische? ‚Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis‘ – wollen Sie das Geld zum Gleichnis der Natur machen?“

Gesell: „Exakt, Goethe! Wenn das Geld nicht mehr unendlich haltbar ist, verliert es seinen Reiz als Hort. Der Zins stirbt von selbst, und der Mensch wird frei. Es gäbe keinen Faustischen Pakt mehr mit der Gier, denn wer Geld hält, ohne es zu nutzen, verliert. Das Geld wird wieder zum Diener des Tausches, zur reinen Vermittlung von Tätigkeit zu Tätigkeit.“

Die Einigkeit: Die Rückkehr zum Lebendigen

Goethe: „Ich verstehe. Sie wollen die Entropie in die Ökonomie einführen. Was Sie vorschlagen, ist eine Befreiung von der ‚Akkumulation des Toten‘. Wenn das Geld rostet, kann es nicht mehr als Mauer zwischen den Menschen stehen. Es würde den Menschen zwingen, im Hier und Jetzt zu wirken, statt sich in der Sorge um ein ewiges Vermögen zu verlieren.“

Gesell: „Ja! Wir beenden die Herrschaft des toten Goldes über die lebendige Arbeit. Wir machen den Markt zu einem Ort des echten, fröhlichen Austauschs – so wie Sie es sich für ein freies Volk auf freiem Grund erträumt haben.“

Goethe: „‚Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn, auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.‘ Wenn Ihr Freigeld dazu dient, diesen Augenblick zu ermöglichen, ohne dass der Teufel am Ende die Zeche prellt … dann ist es ein Werk, das der Vernunft Ehre macht. Man muss handeln, nicht nur dichten.“

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