2. Oktober 2022

Ein System kämpft mit sich selbst

Das Kartellamt kontrolliert einem Medienbericht zufolge derzeit die Süßwarenbranche wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen. Am vergangenen Donnerstag hatten Fahnder die Geschäftsräume sieben großer Unternehmen durchsucht, wie die «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe) berichtete.
Der Fokus lag demnach auf Herstellern von Schokoladenprodukten wie dem Milka-Hersteller Kraft Foods, dem Schokoriegelspezialisten Mars, Kitkat-Produzent Nestlé und dem Familienunternehmen Ritter. Ein Kartellamtssprecher hat dem Blatt zufolge die Durchsuchungen bestätigt, ebenso wie die Sprecher der vier genannten Firmen. Diese würden mit den Behörden kooperieren. Nach Angaben der Zeitung begannen die Ermittlungen, nachdem mehrere Unternehmen fast zeitgleich ankündigten, ihre Preise anheben zu wollen. Nach Branchenschätzungen lagen die Erhöhungen durchschnittlich bei zehn bis zwölf Prozent, die mit den stark gestiegenen Rohstoffkosten begründet wurden. (Quelle: s.u.)
Seit Anfang Februar 2008 erhebt die EU auf Schweizer Magermilchpulver Zoll. Zum ersten Mal seit 35 Jahren produziert die hoch subventionierte Schweizer Landwirtschaft das Pulver billiger als die EU. In einem Abkommen von 1972 wurde ausgehandelt, dass die EU und die Schweiz Preisunterschiede für Agrarprodukte ausgleichen. Pro Tonne Magermilchpulver aus der Schweiz erhebt die Gemeinschaft nunmehr 832,00 Euro Zoll. (Quelle: s.u.) Nebenbei sei bemerkt: Obwohl die Schweizer Magermilchpreise inzwischen schon wieder gestiegen sind, wird uns der Zoll bestimmt noch lange erhalten bleiben.
Dieses Beispiel macht deutlich, wie sehr unsere „Wirtschaftsverwaltung“ mit den eigenen „Kreationen“ kämpft. Die EU-Zollkommission erhebt Zölle, verteuert die Schokoladenzutaten für alle Schokoladeproduzenten und das Kartellamt klopft hinterher bei den Konzernen an, weil diese gleichzeitig die Preise erhöhen. Als ich vor wenigen Tagen mit einer meiner Töchter einkaufen war, da fragte sie mich, wieso denn “ihr” Nutella auf einmal so teuer geworden sei? Um nicht 97 neue Fragen beantworten zu müssen, habe ich geantwortet, das käme daher, dass unsere Chefvolkswirtschaftler zu wenig über Volkswirtschaft wissen, aber so tun, als wüssten sie alles und daher immer nur das Falsche entschieden.  „Warum mischen die sich denn bei der Nutella ein?“, fragte mich dann mein 9jähriges Töchterchen…
Bleibt zu hoffen, dass dieser Generation ihre geistige Klarheit erhalten bleibt – und die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Dann setzt sich die natürliche Wirtschaftsordnung vielleicht noch zu unser aller Lebenszeit durch.
Angelika Garbaya

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