17. April 2024

Ab wann gibt es den Kapitalismus?

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


Angeblich wird Adam Smith als Urvater des Kapitalismus besser des industriellen Kapitalismus angesehen. (1790) Smith verwendete den Begriff allerdings nie.

Der Begriff Kapitalismus tauchte in Frankreich schon 1753 auf, hatte damals eine andere Bedeutung. Im Laufe der Zeit prägten verschieden Experten zu unterschiedlichen Zeiten den Begriff Kapitalismus.

Unter Kapitalismus wird gängiger weise das Eigentum an Produktionsmitteln verstanden. Hier besteht schon ein Unterschied zur Definition der Marktwirtschaft, wo durch diese Begriffe nicht ein und dasselbe sein können.

“Doch ist Kapitalismus wirklich das Eigentum an Produktionsmitteln?””Hierzu muss direkt gefragt werden ist Kapital eine Sache?”

Allein die Erkenntnis, dass der Zins aus Monopolen resultiert widerlegt diese Aussage.

Oder auch anderes erklärt.Wenn Kapital eine Sache (das Eigentum an Produktionsmitteln) wäre, müsste man diese auch addieren können. Die Verdoppelung einer Sache (Kapitalmenge) müsste somit auch den doppelten Zinsertrag erbringen. Dies trifft aber nicht zu, sondern sogar im Gegenteil.(Z.B. zwei Fabriken sind nicht immer doppelt so viel wert wie eine.) Sachkapital wirft nur einen Zins ab, weil es dauerhaft mittels des fehlerhaften Geldes knapp gehalten wird.

Es gilt auch hier: Je größer das Sachkapital, desto niedriger der Sachzins. Also je mehr „produzierbare Erwerbsmittel“ hergestellt werden, desto tiefer sinkt der Zinsertrag wegen der gesteigerten Konkurrenz und umso mehr verlieren sie ihre Kapitaleigenschaft.

Wenn der Zinsertrag auf null sinkt verliert das Erwerbsmittel seine Kapitaleigenschaft, es hört auf Kapital zu sein.Demnach ist Kapital keine Sache, sondern zinstragendes Gut.

Kapital ist somit keine Sache und auch nichts greifbares, sondern ein Zustand, der Knappheitszustand.Somit ist Kapitalismus nicht das Eigentum an Produktionsmitteln, sondern eine monopolistische Wirtschaftsordnung, die auf die Monopole Geld und Boden aufbaut. Auch wenn Adam Smith die Funktion der Marktverhältnisse erklärt, gibt er damit nur die Grundlage der klassischen Nationalökonomie, aber nicht für den Kapitalismus.

Er war auch nicht der erst, der diese Verhältnisse beschrieb. Vorher gab es noch die Physiokraten (1768) und die Schule von Salamanca (1517) (Joseph Schumpeter erwähnt diese 1942).

Schumpeter, der Ökonom Nicholas Johannsen und der Sozialreformer Silvio Gesell trafen hier den Kern der Sache eher als viele klassische oder marxistische Ökonomen, die Kapital für eine Sache hielten und heute noch halten.

“Wie alt ist der Kapitalismus wirklich?”

Da die gängige Meinung immer noch fälschlicherweise annimmt, dass Kapitalismus Eigentum an Produktionsmitteln ist, wird Entstehung des Kapitalismus auch nur mit Adam Smith in Verbindung gebracht und somit auf ca. 1790 datiert.

Doch wenn man von der Definition Kapitalismus als Monopolwirtschaft ausgeht und somit mit dem Zins in Verbindung bringen kann, lässt er sich noch viel weiter zurückverfolgen. Demnach war der Feudalismus im Mittelalter schon nicht minder kapitalistisch als die heutige Wirtschaft. Ein Hinweis darauf ist das Zinsverbot der christlichen Kirchen im Mittelalter und im Islam. (Quellen: Bibel oder Koran)Auch im römischen Reich (500 v.C.) und im Antiken Griechenland (550 v.C.) gab es Zinsen und Monopole (Bodenbesitz, sowie Gold und Silber als Geldmonopol) und somit folglich auch eine frühe Form von Kapitalismus. Hier sind die passende Quellen bekannte Gelehrte wie Platon oder Aristoteles, die die Zinswirtschaft kritisierten.

Der älteste Zinsbegriff (laut Wikipedia) existierte schon 2400 v.C. bei den Sumerern. Also gab es da schon Zinswirtschaft und vielleicht sogar schon vorher, wo allerdings keine Auszeichnungen existieren. Demnach wäre der Zins und somit der Kapitalismus (Ur-Kapitalismus) ca. über 4000 bis 6000 Jahre alt.

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