24. Mai 2024

Akratie

Vor kurzem erreichte die Humanwirtschaft folgende Anfrage:
“Sie bezeichnen sich selbst auch als “akratische Partei”. Was bedeutet in diesem Falle “akratisch”? Was kann unter einer akratischen Partei verstanden werden?”

Was also bedeutet akratisch – Akratie?

Akratie (aus dem griech. “ohne Herrschaft”) ist zunächst das „Ideal einer von jeder wirtschaftlichen  Ausbeutung erlösten Gesellschaft“ (Oppenheimer). Da Herrschaft nie etwas anderes ist als „die rechtliche Form einer wirtschaftlichen Ausbeutung“, basiert die Akratie auf dem obigen Ideal. Die politische Aufhebung der Klassen,- sprich Herrschaftsgesellschaft setzt ihre ökonomische Überwindung voraus. Das heißt, jedem Menschen muss es möglich sein, größtmögliche ökonomische Unabhängigkeit zu leben.

Die Akratie steht damit nicht nur im Gegensatz zu der Herrschaft über die Massen durch wenige (Oligokratie) oder einzelne (Monokratie), sie stellt vielmehr sogar eine Weiterentwicklung der Demokratie (Volksherrschaft) dar. Diese war ursprünglich weder eine Weltanschauung, Theorie oder Ideal, sondern eine Reaktion auf die Oligokratie, mit der sie sich bis heute im Kampf befindet.

Der Begriff Demokratie drückt den Anspruch auf Mitherrschaft des Volkes (Demos) aus, aber ist theoretisch unscharf, da ein Anschwellen der Mitregierung auf breiter Basis logisch die ausgeübte Herrschaft (Kratie) der Minderheiten zurückdrängt. Gleichzeitig verhindern im Interesse kapitalstarker Minderheiten Deutungsversuche im Sinne der Deutungshoheit des Begriffes Demokratie, eine echte Mehrheitsherrschaft.

Alle Schwächen der Demokratie erwachsen aus den oligokratischen Resten vordemokratischer Zeiten.

„Da man nun die ‚Herrschaft über sich selbst‘ nicht dazu gebrauchen kann, sich selber auszubeuten, (…) so ist damit bewiesen, dass bei voller Verwirklichung der Demokratie die Demokratie aufhört, Kratie zu sein, und – Akratie wird.“ (Oppenheimer)

Akratie ist für Humanwirtschaftler die realistische Vision einer herrschaftsfreien, damit klassenlosen und ausbeutungsfreien Gesellschaft. Im Gegensatz zu dem in sozialistischen Gedankengut gefangenen Oppenheimer, welcher die Akratie nur als unerreichbares Ideal, da sich auch im Gegensatz zu sozialitischen Ideen befindend, beschrieb, kennen Humanwirtschaftler die zum Ziel führenden Parameter. Diese beschränken sich im wesentlichen auf zwei Faktoren.

Zunächst durch den freien Zugang aller Menschen zu den unvermehrbaren Resourcen dieser Erde. Die Erde gehört allen Menschen gemeinsam. Sie ist Gemeineigentum. Erde, Bodenschätze, Wasser Luft dürfen nicht Privateigentum sein bzw. privatisiert werden. Dies ist die Quelle jeglicher Herrschaft und damit verbunden von Ausbeutung des (kapitallosen) Menschen durch den (kapitalbesitzenden) Menschen.
Wer jedoch z.B. Boden für eine Wirtschaftstätigkeit benötigt, kann diesen von der Gemeinschaft pachten und eigenverantwortlich zu seinem besten Nutzen gebrauchen. Durch die Pacht werden all diejenigen entschädigt, welche dadurch selber von der Nutzung ausgeschlossen sind. (eine Art Grundeinkommen)

Weiter durch die Verwendung eines Tauschmittels, welches einer Ware gleichgestellt ist, altert und somit ebenfall keine leistungslosen Einkommen erpressen kann. Dieses Tauschmittel unterliegt einem Angebotszwang.

Somit ist es allen Menschen möglich, die größtmögliche ökonomische Unabhängigkeit zu erreichen und von niemanden Abhängig zu sein. Dadurch erübrigen sich der Staat, welcher ja ein Machtorgan der Herrschenden ist, von selbst. Es kommt zu dessen Abbau bis hin zur vollständigen Auflösung. Die Herrschaftt von Menschen über Menschen verschwindet, die Demokratie, die Volksherrschaft erreicht ihre höchste Stufe, da jeder in allen die Gemeinschaft betreffenden Belangen direkt mitsprachefähig ist. Dies ist dann Akratie.

Der Entwicklung der Ordnung, die die Arbeitsteilung zum Ausgangspunkt nimmt, sind nur die aus den organischen Fehlern unseres Geldwesen und Bodenrecht entstehenden Hemmungen aus dem Wege geräumt worden. Mehr ist nicht geschehen. … Die Humanwirtschaftdie ohne irgendwelche gesetzlichen Maßnahmen von selber steht, die den Staat, die Behörden, jede Bevormundung überflüssig macht und die Gesetze der uns gestaltenden natürlichen Evolution achtet, gibt dem strebenden Menschen die Bahn frei zur vollen Entfaltung des “ICH“, zu der von aller Beherrschtheit durch andere befreiten, sich selbst verantwortlichen Persönlichkeit!
Es ist die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbstständigen Vollmenschen, zum Individium und Akraten, also zum Menschen der jede Berherrschung durch andere ablehnt.

Akratische Partei bedeutet, das wir zu diesem Ziel hinarbeiten. Wir streben in diesem Zusammenhang eine Boden- (sprich Resourcen) Reform an und fordern die Einführung eines konstruktiv Umlaufgesicherten Geldes, welches dadurch auf seine Funtion als Tauschmittel beschränkt wird. Eine wichtige Handlungsgrundlage ist für uns die “Natürliche Wirtschaftsordnung” von S. Gesell.

Sag es weiter, teile es!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert