Im letzten Newsletter ging es um eine 24×365 Stromversorgung von Deutschland. Mit einem Preis für 10 Cent/kWh HHV gab es nur minimale Importe von Methanol. Es wurde mit einem Verkauf/Einkauf Verhältnis von 40% simuliert. Also Einkauf 10 Cent, Verkauf 4 Cent/kWh HHV. Bei einer Menge von Gegenden wird ein Kostenoptimum vom Strompreis mit einem Verkauf von Methanol erreicht. Selbst bei nur 4 Cent/kWh HHV. Was wäre, wenn dieses Methanol nach 3 Cent Transportkosten um 7 Cent/kWh für Deutschland verfügbar wäre? Brauchen wir dann überhaupt eine aufwendige Energiewende? Einfach nur importieren? Aus 7 Cent/kWh HHV mit 54% Wirkungsgrad Strom machen ergibt allein Brennstoffkosten von 13 Cent/kWh Strom. Da kommt noch Wartung und Abschreibung der Kraftwerke und der Akkus darauf. Schlicht und einfach viel zu teuer. Für 900 TWh Strom müssten 1.667 TWh Methanol importiert werden. Ob bei einem derartigen Nachfragedruck überhaupt 7 Cent/kWh HHV möglich sind?
Deutschland mit Solarstrom und Methanolimport
Es gibt da ein breites Band an Eigenproduktion/Import Kombinationen mit einem Stromproduktionspreis unter 9,2 Cent kWh.
E-Siedlungen km²
13.699
10.274
8.219
6.849
Photovoltaik GW
1.852
1.389
1.111
926
Cent / kWh
9,15
9,01
9,11
9,18
Akkus GWh
3.425
2.433
2.055
2.055
Power to GW
96
72
58
48
Import Heizwert TWh/a
230
411
579
663
Investition Deutschland G€
946
725
592
517
Was wurde aus der 2021 Studie Deutschland 100% Solar?
Diese hatte eine völlig andere Systemphilosophie: Jede Wh Solarstrom muss genützt werden! Dafür waren 4.000 GWh Akkus und 180 GW Power to Methan notwendig. Schon damals dachte ich darüber nach: wären 160 GW Power to Methan nicht billiger. Nur wenig Verlust an Methanproduktion, aber dafür 20 GW weniger an Power to Methan und Netzausbau. Die Investition wurde mit den im neuen Szenario verwendeten Preisen gerechnet.
Die 230 TWh/a bis 663 TWh/a Import an Methanol aus Solarstrom sind im Vergleich zu dieser Nutzung fossiler Energie recht gering.
Neue Netzgebühren gegen systemdienliches Verhalten
Riesige Mengen an Solarstrom fluten das Netz. Die Spotmarktpreise werden negativ. Ein systemdienliches Verhalten ist es zu dieser Zeit möglichst viel Strom zu verbrauchen. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Wenn da 2 Millionen Elektroautos mit 11 kW geladen werden, sind dies 22 GW. An einem sonnigen Sonntag mit wenig Bedarf eine sehr bedeutsame Größenordnung. Doch genau gegen dieses systemdienliche Verhalten gehen jetzt einige Netzbetreiber massiv vor: Die Netzgebühren werden massiv von dem höchsten 1⁄4 Stunden Verbrauch in einem Monat bestimmt. In Österreich gilt dies in Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark. In vielen EU-Staaten ist dieses System bereits eingeführt oder in Planung. Dies betrifft ganz massiv Elektroautos. Was hat man davon, wenn man 1.000 kWh um 10 Cent/kWh billiger am Spotmarkt erwirbt, wenn man dann von 1.000 € pro Jahr mehr Netzgebühren erschlagen wird? All dieses Gedöns “Wir fördern das Elektroauto”, aber in Wirklichkeit sich massive neue Methoden zum Abzocken ausdenken.
Die verflixte 1⁄4 Stunde
17 kW × 75 € = 1.275 € Jahresnetzgebühr im Burgenland. Niederösterreich ist da mit 17 kW × 56 = 952 € auch noch extrem. Was tun? Meine 5.006 kWh Stromverbrauch in 2025 sind eigentlich nur 572 Watt im Durchschnitt. Nach dem Motto Strom nur an den billigsten 8 Stunden eines Tages einkaufen wären es immer noch unter 2 kW. Wenn der Durchschnitt aller monatlichen 1⁄4 Stunden Spitzenleistungen nur 2 statt 12 kW wäre, hätte man im Burgenland 750 € Netzgebühr und in Niederösterreich immer noch 560 € Netzgebühr gespart.