12. März 2026

Clash of the Titans 4

Ein Beitrag von “Die Aufklärung” — übernommen aus Facebook


Erklärung zur Aufklärung

Clash of the Titans 4

Eine fiktive Diskussion zweier intellektueller Größen.

1. Henry George (1839 –1897) (einflussreichster Befürworter der Bodensteuer (Single Tax) und Autor des 1879 erschienenen Bestsellers Progress and Poverty (Fortschritt und Armut))

2. Silvio Gesell (1862-1930) (Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre)

Dieser „Clash of the Titans“ ist historisch besonders brisant, da Silvio Gesell ein großer Bewunderer von Henry George war, aber dessen Theorie für unvollständig hielt.

Der Dialog: Die zwei Fesseln der Arbeit

**George:** „Herr Gesell, es freut mich, einen Mitstreiter im Kampf gegen das Landmonopol zu sehen. Wie ich in *Progress and Poverty* dargelegt habe: Solange der Boden privatisiert ist, wird jeder technologische Fortschritt lediglich die Bodenrente erhöhen und die Löhne am Existenzminimum halten. Wir müssen die Rente durch eine **Bodenwertsteuer (Single Tax)** für die Gemeinschaft zurückgewinnen!“

**Gesell:** „Henry, Sie haben die erste Fessel der Menschheit absolut präzise beschrieben. Doch Sie übersehen die zweite: das Geld. Selbst wenn wir den Boden befreien, wird das Kapital die Arbeit weiterhin durch den **Zins** ausbeuten. Boden und Geld sind die beiden Mühlsteine, zwischen denen der Arbeiter zerrieben wird. Das Landmonopol gibt dem Grundbesitzer Macht, das Geldmonopol gibt dem Kapitalisten Macht.“

**George:** „Aber ist das Geld nicht nur ein Werkzeug? Wenn der Boden frei ist, hat der Arbeiter eine Alternative. Er kann sich auf freiem Land selbstständig machen, was das Machtmonopol des Kapitals automatisch brechen würde.“

**Gesell:** „Theoretisch ja, aber praktisch scheitert der Austausch der Erzeugnisse am Geldkreislauf. Wenn das Geld bei Krisen gehortet wird, nützt dem Bauern sein freies Land nichts, weil er seine Waren nicht verkaufen kann. Wir brauchen **Freiland UND Freigeld**, damit die Freiheit nicht an der nächsten Bankfiliale endet.“

Die große Einigkeit: „Steuer als Pacht“

**George:** „Silvio, wir stehen vor denselben Trümmern wie vor über hundert Jahren. Der Boden ist immer noch ein Spekulationsobjekt, während die Arbeitenden leer ausgehen. Mein Vorschlag steht: Wir lassen den Leuten ihre Grundbucheinträge, aber wir erheben eine **Bodenwertsteuer von 100 %** auf den Mietwert. Wer das Land hält, zahlt seinen Wert an die Gemeinschaft. Sauber, rechtlich einfach, radikal.“

**Gesell:** „Einverstanden, Henry. Aber Sie wissen, dass ich einen Schritt weiter gehen wollte: Der Staat kauft das Land zurück und verpachtet es offiziell. Aber ich sehe Ihren Punkt – Ihr Weg ist politisch weniger steinig. Wenn wir die Steuer auf 100 % des Mietwerts heben, wird das Eigentum auf dem Papier zur **unbefristeten Pacht** in der Realität. Der Name auf der Urkunde ist egal, wenn die Rente an das Volk fließt.“

**George:** „Genau! Es ist die ‚Steuer als Pacht‘. Aber was machen wir mit dem Geld? Ich wollte die ‚Single Tax‘ – alle anderen Steuern auf Arbeit und Kapital abschaffen, damit die Wirtschaft atmen kann.“

**Gesell:** „Ein guter Anfang, aber nicht sozial genug. Ich schlug vor, die Bodenrente als **Müttergehalt** oder Bürgergeld direkt auszuzahlen. Finden wir hier einen Nenner? Wir nutzen die Einnahmen, um die soziale Infrastruktur zu finanzieren und die Einkommensteuer komplett zu streichen. Wer arbeitet, behält alles; wer den Planeten beansprucht, zahlt dafür.“

**George:** *(nickt)* „Ein fairer Deal. Aber Silvio, Sie blicken immer so nervös auf die Banken. Warum reicht die Bodenreform nicht aus?“

**Gesell:** „Weil das Land nur die halbe Miete ist, Henry! Wenn wir den Boden befreien, das Geld aber weiterhin hortbar bleibt, wird das Kapital die Arbeit über den Zins ausbeuten. Wir brauchen die **Geld-Klammer**. Das Geld muss eine Umlaufgarantie haben – es muss ‚kosten‘, wenn man es dem Kreislauf entzieht. Nur so verhindern wir, dass die befreite Arbeit in der nächsten Deflationskrise erstickt.“

**George:** „Ich verstehe. Wenn das Geld nicht fließt, nützt das freie Land dem Bauern nichts, weil er keinen Käufer findet. Ich akzeptiere Ihre Umlaufgarantie als notwendige Versicherung für meine Bodenreform.“

Fazit:

Geld und Boden gehören untrennbar zusammen!

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