17. April 2026

Wie viele Ölkrisen bis zum Ausstieg?

Weiterleitung eines Newsletters von Roland Moesl
Menschen neigen dazu, Dinge komplett zu ignorieren, die das eigene Weltbild komplett zerstören. Da besucht jemand eine Fabrik, die elektrische Sattelschlepper baut. Ein Pilotkunde – Pepsi Cola – hat diese schon im Einsatz.
Der Besucher glaubt nicht, dass elektrische Sattelschlepper möglich sind. War dieser Besucher ein Flachweltler? Eine fortschrittsfeindliche Person, die an das ewige Öl glaubt?
Ich las mal einen Spruch: „Ein guter Verkäufer zieht seinen Kunden so schnell über den Tisch, dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet“. Das funktioniert sicher mit einfachen Kunden recht gut, aber man muss schon ein genialer Meister des Verkaufens sein, um dies mit dem Branchenführer in Computern, IBM, zu machen: Bill Gates und sein Deal mit IBM über MS-DOS.
Genau dieses Verkaufsgenie stand in der Tesla Fabrik für elektrische Sattelschlepper und meinte, dies könne es gar nicht geben. Machte er Berechnungen über Akkugewicht und Stromverbrauch? Nein, nur ein Bauchgefühl.
Bill Gates glaubt zwar an erneuerbare Energie aus Sonne und Wind, aber nur für einen Teil der Stromerzeugung. Für den größeren Teil der Stromerzeugung nur Geothermie und Atomkraftwerke. Warum? Wie sein Besuch bei der Tesla Sattelschlepperfabrik zeigt, kann er mit Akkus nichts anfangen.

  Exponentielles Wachstum

Die berühmte Legende vom Reiskorn (oder häufiger Weizenkorn) auf dem Schachbrett ist eine alte indische Geschichte, die das exponentielle Wachstum anschaulich macht. Sie wird meist mit Sissa ibn Dahir (auch Sessa oder Sissa ben Dahir genannt) in Verbindung gebracht, einem weisen Brahmanen, der als Erfinder des Schachspiels (bzw. seiner Vorform Chaturanga) gilt.
Die Geschichte
Vor langer Zeit in Indien herrschte ein König namens Shihram (oder Shirham, Balhait oder ähnlich, je nach Version). Er langweilte sich oder war tyrannisch und ungerecht zu seinem Volk. Der weise Brahmane Sissa ibn Dahir erfand für ihn das Schachspiel, um ihm die Bedeutung von Strategie, Zusammenarbeit und dass der König allein nichts ausrichten kann (ohne Bauern und andere Figuren) zu verdeutlichen. Das Spiel gefiel dem König außerordentlich gut.
Voller Dankbarkeit bot der König Sissa eine Belohnung an – Gold, Silber, Land, was immer er wollte. Sissa lehnte die prunkvollen Geschenke bescheiden ab und bat stattdessen um etwas scheinbar Geringes: „Legt mir auf das erste Feld des Schachbretts ein einziges Reiskorn (oder Weizenkorn). Auf das zweite Feld zwei Körner, auf das dritte vier, auf das vierte acht und so weiter – auf jedes folgende Feld genau die doppelte Anzahl wie auf dem vorherigen, bis alle 64 Felder gefüllt sind.“
Der König lachte über diesen „bescheidenen“ Wunsch. Er dachte, das sei eine Kleinigkeit und befahl seinen Dienern, den Wunsch sofort zu erfüllen. Doch schon nach wenigen Feldern merkten die Hofmathematiker und Kornverwalter das Problem: Die Mengen wuchsen rasend schnell an.
Bei Feld 54 wäre es die gesamte heutige Welternte an Reis, bei Feld 55 die gesamte heutige Welternte an Weizen. Aber dann kommen noch die restlichen Felder bis 64.

Hier eine Graphik, die von den Fans fossiler Energie derzeit verbreitet wird.

  Installierte Photovoltaik seit 1990 14,46 mal verdoppelt

Wenn wir mit der weltweit installierten Photovoltaik im Jahr 1990 beginnen, so sind wir jetzt zwischen Schachfeld 14 und 15. Zwischen Schachfeld 20 und 21 liegt das Ziel weltweiter Wohlstand plus Planetensanierung mit dem Abbau von 2 ppm CO2 pro Jahr.
Wenn man nur ein paar Kilometer Erdoberfläche betrachtet, dann sieht sie ziemlich flach aus, daraus entstand der Glaube der Flachweltler.
Wenn man nur einen sehr kurzen Abschnitt einer exponentiellen Kurve betrachtet, dann sieht die ziemlich gerade aus, daraus entstand der Glaube, dass es gar keine Energiewende gibt.

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